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Polizei warnt Online-Käufer: Zahl der Betrugsopfer in Vorweihnachtszeit steigt rasant

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Von: Kerim Eskalen

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Ein Smartphone mit geöffneter PayPal-App, rechts und links Geldscheine.
Auch bei Bezahlmethoden wie Paypal sollte man Acht geben. © Lukas Schulze/dpa

Schnell ein paar Mausklicks im Internet und schon sind die Weihnachtsgeschenke bestellt. Doch diese Bequemlichkeit wird immer mehr Menschen im Schwalm-Eder-Kreis zum Verhängnis

Schwalm-Eder – Nach Informationen der Polizeidirektion Schwalm-Eder in Homberg sind in den vergangenen Tagen alleine 17 Anzeigen wegen Warenbetrugs eingegangen. Dabei hatten die Betrugsopfer sowohl gebrauchte als auch neue Produkte online bestellt und bereits im Voraus bezahlt. Selbst wen man bei großen Online-Händlern wie Amazon oder Ebay bestellt, könne man auf Betrüger treffen. „Für Täter ist das ein lukratives Geschäft“, sagt Polizeihauptkommissar Markus Brettschneider von der Polizeidirektion. „Die Betrugsfälle nehmen aktuell wöchentlich zu.“ Dabei spiele es keine Rolle, um welchen Online-Anbieter es sich handelt.

Vorsicht bei Schnäppchen: Hier verbergen sich oft Betrüger

Für Kriminalhauptkommissar Nikolai Turovsky sei ein Grund für die wachsenden Opferzahlen die steigende Inflation: „Viele Menschen haben finanzielle Probleme und kaufen häufiger gebrauchte Produkte“, erklärt er. „Was wie ein Schnäppchen aussieht, ist aber nicht immer eines.“ Besonders häufig werde bei Produkten der Haushaltstechnik und Elektronik betrogen – bei Handys zum Beispiel. Das Alter der Käufer sei nicht entscheidend – von jung bis alt seien alle betroffen.

„Wachsen wie Pilze aus dem Boden“

Turovsky rät daher, vor allem beim Online-Shopping immer skeptisch zu sein. Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die ersten günstigen Suchergebnisse legen. Um sich abzusichern, gebe es die Möglichkeit, sich auf den Internetseiten von Stiftung Warentest oder des Verbraucherschutzes über sogenannte Fake-Shops zu informieren. Auch das Impressum einer Internetseite könne aufschlussreich sein. „Bei nicht bekannten Seiten sollte man immer nach Erfahrungen anderer Käufer im Internet suchen“, rät die Polizei. „Fake-Shops wachsen wie Pilze aus dem Boden. Daher lieber ein paar Minuten mehr in die Recherche investieren.“

Hacker können Accounts mit guten Bewertungen übernehmen

Allerdings könnten auch gute Bewertungen in die Irre führen: Es gebe auch Hacker-Angriffe auf Accounts mit positiven Bewertungen, die sich Datendiebe zu eigen machen. Da die Fake-Shops nicht gelöscht werden können, gebe es nur die Möglichkeit die Menschen zu sensibilisieren. Für den Weihnachtseinkauf hat Turovsky noch einen Tipp: „Lieber im Geschäft Geld ausgeben.“ Denn der Online-Einkauf könne einem teuer zu stehen kommen.
(Kerim Eskalen)

Weitere Tipps der Polizei gegen Betrug

Kunden sollten immer misstrauisch bei Angeboten sein. Besonders bei Schnäppchenpreisen ist die Gefahr groß. Ebenso sind Fotos keine Sicherheitsgarantie. Bei Finanzdienstleistern wie Paypal sollte man darauf achten, dass der Kauf abgesichert ist. Ohne Absicherung sollte man nur an Familie und Freunde bezahlen. Besonders Zahlungen auf Vorkasse sind risikoreich. Wenn Gebühren bei bekannten Dienstleistern anfallen, ist das besser, als Waren nicht zu bekommen

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