Kindesmissbrauch: Fritzlarer Priester in Haft

Kindesmissbrauch: Fritzlarer Priester in Haft

Fritzlar. Sexueller Missbrauch an Ministranten in mehr als 30 Fällen. So lautet der Vorwurf gegen einen Fritzlarer Priester, der seit Donnerstag in Untersuchungshaft sitzt.

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Die Taten sollen sich in den Jahren 1994 bis 2001 ereignet haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bei der Verhaftung wurde die Unterkunft des 49-jährigen Priesters durchsucht.

Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, erklärte Oberstaatsanwalt Hans-Manfred Jung. Es handele sich unter anderem um digitale Bilder, bestätigte er auf unsere Anfrage.

In der Vernehmung der Staatsanwaltschaft hat der Fritzlarer Geistliche laut Staatsanwaltschaft die Taten gestanden. Die Amtsrichterin in Fritzlar erließ daraufhin am Donnerstag Haftbefehl. Staatsanwalt Jung sagte, 30 Fälle seien nicht gleichbedeutend mit 30 Opfern. Es gebe jedoch mehrere betroffene Kinder. „Wir sind als Mitbrüder entsetzt und schockiert“, sagte Stadtpfarrer Conrad o.praem. zu den Vorwürfen gegen ein Mitglied seines Ordens. Das Bistum Fulda schrieb in einer Pressemitteilung, es sei über die Missbrauchsfälle und über das Ausmaß der Taten entsetzt.

Katholische Gemeindeglieder in Fritzlar äußerten Betroffenheit und Schock. Erste Vorwürfe gegen den Verdächtigen hatte es im Mai dieses Jahres gegeben. Damals hatten sich Eltern eines Betroffenen per Brief an das Bistum gewandt und ein distanzloses Verhalten beklagt.

So habe der Priester Messdiener unter der Dusche beobachtet. Nach HNA-Informationen soll es bereits Ende der 90er-Jahre Verdachtsmomente gegen den Beschuldigten gegeben haben. Diese seien damals jedoch unterdrückt worden. Der inhaftierte Priester war auch als Religionslehrer an der Fritzlarer Ursulinenschule tätig.

 Außerdem betreute er die Ministranten der Domgemeinde. Bei ihnen handelt es sich ausschließlich um Jungen. In Fritzlar gibt es zwischen 30 und 50 Ministranten. Nach der Erstkommunion mit neun oder zehn Jahren können Jungen diese Aufgabe übernehmen und sie ausüben, bis sie maximal 16 Jahre alt sind.

 Die Ministranten verbringen mit dem zuständigen Geistlichen unter anderem Gruppenstunden in einem eigenen Raum sowie Freizeiten. Für Mädchen gibt es in Fritzlar einen Liturgiekreis. Mit diesem war der mutmaßliche Täter jedoch nach HNA-Informationen nicht betraut. (red)

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