Hilfe zur Selbsthilfe

Psychosoziales Zentrum Schwalm-Eder-Nord feiert 25-jähriges Bestehen: Hilfe für den Alltag

25 Jahre PSZ: Geschäftsführerin Silke Entzeroth und Monika Ehrhardt-Müller von der Verwaltung freuen sich auf die Jubiläumsfeiern in dieser Woche.
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25 Jahre PSZ: Geschäftsführerin Silke Entzeroth und Monika Ehrhardt-Müller von der Verwaltung freuen sich auf die Jubiläumsfeiern in dieser Woche.

Das Psychosoziale Zentrum (PSZ) Schwalm-Eder-Nord feiert im 26. Jahr seines Bestehens sein 25-jähriges Jubiläum. Wegen der Pandemie mit kleinen internen Feierlichkeiten.

Schwalm-Eder – Das Psychosoziale Zentrum (PSZ) Schwalm-Eder-Nord feiert im 26. Jahr seines Bestehens sein 25-jähriges Jubiläum. Wegen der Pandemie wird es nun nachgeholt. Wiederum wegen Corona wird es diese Woche nur kleine interne Feierlichkeiten mit Personal und Patienten zeitlich versetzt am Mittwoch und Donnerstag an den drei Standorten geben, sagt Silke Entzeroth. Sie ist neben Otto Cyriax einer der beiden Geschäftsführer.

Die Gründung des PSZ im Jahr 1995 sei Folge der Modernisierung in der Behandlung von psychisch kranken Menschen gewesen, sagt Entzeroth. Sie sollten soweit wie möglich in ihrem Umfeld bleiben können und eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bekommen.

Früher habe man die Menschen oft hospitalisiert, sagt Monika Ehrhardt-Müller, die von Beginn an in der Verwaltung des PSZ arbeitet. Viele Erkrankte verbrachten Jahre in Anstalten wie in der Breitenau, teils unter schlimmen Bedingungen. Ab Mitte der 70er Jahre erfolgte ein Umdenken. Ehrhardt-Müller war bereits beim Verein Psychosoziale Arbeit engagiert, der 1986 in Guxhagen von Ärzten und Mitarbeitern als Folge dieser Entwicklung gegründet worden war.

Psychosoziale Zentrum (PSZ) Schwalm-Eder-Nord: Hilfe zur Selbsthilfe wurde zur Devise

Die Hilfe zur Selbsthilfe wurde zur Devise. Die Betroffenen sollten nur in Krisen medizinisch in Krankenhäusern behandelt werden, um wieder auf die Beine zu kommen und danach soweit wie möglich selbstständig leben zu können.

Aus dem Verein ging 1995 das PSZ hervor, um die Angebote im nördlichen Kreis abzudecken. Im Südkreis versorgt Oikos die Betroffenen. Drei Standorte wurden in Fritzlar, Melsungen und Homberg eingerichtet. Der Hauptsitz befindet sich im Memelweg in der Kreisstadt. Träger des PSZ ist der Landeswohlfahrtsverband. Der Landkreis unterstützt die Einrichtung. Sozialarbeiter und Ergotherapeuten betreuen die Betroffenen zu Hause oder in den Tagesstätten.

Psychosoziale Zentrum (PSZ) Schwalm-Eder-Nord: Ambulantes betreutes Wohnen ist Schwerpunkt

Ein Schwerpunkt der Arbeit ist das ambulante betreute Wohnen. Menschen mit seelischen Erkrankungen erhalten Hilfe im Umgang mit der Krankheit, der Bewältigung des Alltages und Unterstützung bei Behördengängen. Die Tagesstätten des PSZ bieten zudem an fünf Tagen in der Woche ein differenziertes Beschäftigungs-Angebot, das einen strukturierten Tagesablauf ermöglicht.

Die Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen im Landkreis halten Freizeitangebote vor, die Beratungen sind kostenlos, auch Angehörige erhalten Hilfe. Außerdem unterstützt das PSZ die Aufnahme von Menschen mit seelischen Behinderungen in Gastfamilien und berät sie dort. Zudem ist im PSZ die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) angesiedelt. Neuerdings wurden parallel dazu die digitalen Angebote ausgeweitet. (Christine Thiery)

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