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Putenmast: Zwei Cousins wollen Tiere nach Bio-Standards aufziehen

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Bislang sind sie noch im konventionellen Stall ihrer Verwandten: Henning Schweinebraden (links) und Janik Schweinebraden planen in Niedermöllrich und Besse jedoch ihren eigenen Biobetrieb. Im Herbst wollen sie die ersten Puten aufziehen. 

Niedermöllrich/Besse. Etwas Gutes noch besser machen: Das wollen die Cousins Henning und Janik Schweinebraden mit der Zucht von Bio-Puten.

Die beiden jungen Landwirte haben die Firma Chattengauer Bioputen gegründet. Sie wollen die Tiere nach Bio-Standards aufziehen. Hier kommen die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie sind die Cousins zur Landwirtschaft gekommen?

Henning Schweinebraden ist mit der Landwirtschaft groß geworden. Seine Eltern führen in Besse eine konventionelle Putenmast. In insgesamt drei Ställen werden rund 13.400 Tiere gehalten. Der 25-Jährige hat Landwirt gelernt und Agrarwirtschaft studiert. Sein Cousin Janik Schweinebraden (23) stammt aus Niedermöllrich. Er hat ebenfalls eine landwirtschaftliche Ausbildung absolviert und geht derzeit zur Meisterschule in Alsfeld.

Warum wollen Henning und Janik Schweinebraden in die biologische Mast einsteigen?

„Es ging um die Frage, wie wir uns künftig aufstellen“, sagt Henning Schweinebraden. Er und sein Cousin haben sich viele Bio-Betriebe angeschaut und mit Vermarktern gesprochen. Das Ergebnis: „Die Bio-Putenmast ist was für uns. Sie ist zukunftsträchtig und macht Spaß.“

Wie wird der Biobetrieb in Niedermöllrich und Besse künftig geführt?

Als eigener Betrieb der beiden Cousins. In Niedermöllrich steht ein 400 Quadratemeter großer Stall der Familie Schweinebraden leer. Er soll für die Aufzucht von Bioputenküken umgebaut werden, Die Puten kommen als Tagesküken nach Niedermöllrich und bleiben zwischen vier und sechs Wochen. Die Mast erfolgt in einem Stall in Besse. Sie dauert 16 bis 17 Wochen. Der Stall in Besse soll 1600 Quadratmeter groß sein. Derzeit warten die Cousins auf die Baugenehmigung.

Mit wie vielen Puten rechnen die Cousins?

In Niedermöllrich sollen 3400 Tiere aufgezogen werden. Der Stall in Besse soll für 3200 Puten ausgelegt sein. Geplant sind drei Aufzuchtszyklen im Jahr.

Was unterscheidet eine Bio-Putenmast von einer konventionellen?

Es gibt verschiedene Kriterien. Die Tiere haben zum Beispiel mehr Platz. In der konventionellen Mast kommen 2,3 Tiere auf den Quadratmeter, in der Biomast nur 1,2. Auch die Ställe unterscheiden sich. An den Stall soll sich ein Wintergarten sowie ein Auslauf für die Tiere anfügen. Ein weiterer Unterschied ist das langsamere Wachstum: In der konventionellen Mast legt der Hahn am Tag 140 Gramm zu, bei der Biozucht sind es 90 Gramm. Gefüttert werden die Tiere mit Mais und Weizen aus dem eigenen biologischen Anbau. Die Tiere haben mehr Beschäftigungsmöglichkeiten (zum Beispiel Aufsitzplattformen), es wird auf Medikamente verzichtet und es findet kein Eingriff am Tier statt. Die Schnäbel werden nicht beschnitten.

Wann geht es für die Cousins los?

„Wir wollen im Herbst die ersten Tiere einstallen“, kündigt Henning Schweinebraden an.

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