196 Kinder verlassen Zeltlager in Dahme

Nach Busunglück: Betreuer starb an seinen Verletzungen

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Schwerer Unfall eines Reisebusses: Insassen waren eine Reisegruppe von Kindern und Jugendlichen aus dem Schwalm-Eder-Kreis. 

Schwalm-Eder. Der 22-jährige Betreuer der Reisegruppe aus dem Schwalm-Eder-Kreis, der beim Unfall eines Busses in Norddeutschland schwer verletzt worden war, ist seinen Verletzungen erlegen.

Zuletzt aktualisiert um 14.15 Uhr. Am Samstagabend war der Reisebus mit Kindern und Jugendlichen in Schleswig-Holstein frontal mit einem Rettungswagen zusammengestoßen. Mehrere Insassen wurden verletzt, zwei Personen wurden schwer verletzt. Einer von ihnen, der vorne sitzende 22-jähriger Betreuer, erlag nun am Montagmittag seinen Verletzungen. Der Busfahrer hingegen war bei dem Unfall wie durch ein Wunder unverletzt geblieben.

196 Kinder und Jugendliche brechen Zeltlager ab

Der schwere Busunfall zog auch den Abbruch der Freizeit Dahme 1 nach sich. Mitarbeiter des Zeltlagers in Dahme und der Kreisverwaltung aus Homberg sorgten am Montagmorgen zusammen dafür, dass die 196 Jungen und Mädchen in Ruhe ihre Sachen packen und die Busse besteigen konnten, die sie nach Hause in den Schwalm-Eder-Kreis brachten.

Mitarbeiter des Jugendamtes, die genau wie Landrat Winfried Becker bereits am Wochenende an die Ostsee gefahren waren, begleiteten die Jungen und Mädchen in den Bussen Richtung Heimat. „Die Kinder sollten nicht alleine, sondern in erfahrener Begleitung nach Hause fahren“, sagte Becker im Gespräch mit unserer Zeitung.

Einige Eltern hatten nach dem Schock der Unfallmeldung nicht so lange warten wollen, bis die Kinder in Homberg aus den Bussen stiegen, sie hatten sich bereits am Wochenende selbst auf den Weg gemacht und ihre Kinder im Zeltlager abgeholt. Dort waren sie bis zur Abreise von einer Vielzahl von haupt- und ehrenamtlichen Kräften betreut worden. Landrat Becker zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung beeindruckt von der „großartigen Hilfsbereitschaft“ der Feuerwehrleute, Notfallseelsorger und Mitarbeiter vor Ort. „Wir sind dankbar für diese schnelle und unkomplizierte Unterstützung.“

Generationen von Menschen im Schwalm-Eder-Kreis kennen diesen Anblick: Das Zeltlager des Landkreises am Nordrand von Dahme gibt es bereits seit sechs Jahrzehnten.  Archivbild: Kreisverwaltung/nh 

48 Kinder und Betreuer hatten in dem Bus gesessen, der mit dem Rettungswagen zusammen gestoßen war und bei dem der vorne sitzende Betreuer schwerst verletzt wurde. Fast alle Jungen und Mädchen aber überstanden das Unglück wie durch ein Wunder unverletzt oder mit leichten Blessuren. Den emotionalen Zustand der Kinder konnte und wollte Landrat Becker nicht beurteilen. Natürlich habe der Unfall hochemotionale Momente nach sich gezogen, manche Kinder hätten geweint, andere hätten ein großes Bedürfnis über das Erlebte zu sprechen: „Über ein solches Erlebnis kann ja niemand einfach so hinweg gehen.“

Auch deshalb wurde die Freizeit abgebrochen. Eigentlich hätte sie noch bis Donnerstag dauern sollen. Erst dann hätten sich die knapp 200 Teilnehmer der ersten von insgesamt drei Freizeiten in diesem Sommer an der Ostsee nach zwölf sonnigen und unbeschwerten Tagen auf den Heimweg machen sollen.

Das Ferienlager in Dahme gibt es seit 60 Jahren. In all diesen Jahren habe es noch nie ein ähnlich schlimmes Unglück gegeben, sagt Landrat Winfried Becker. Eigentlich, so war der Plan, hätte das Jubiläum heute ganz offiziell im Zeltlager gefeiert werden sollen. Doch danach ist keinem einzigen Menschen mehr zumute.

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