Zum ersten Mal in seiner Geschichte - Unser Stream zum Nachschauen

Rosenmontagszug in Fritzlar nach einer Runde abgebrochen

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Astronauten in Fritzlar: Die Karnevalsgruppe Rot-Weiß Hemfurth war unter dem Motto Weltall beim Rosenmontagsumzug unterwegs.

Zwischen Freude und Enttäuschung schwankten die Fritzlarer Karnevalisten am Rosenmontag. Zwar fand der größte Rosenmontagsumzug in der Region statt - wurde aber vorzeitig abgebrochen.

Dieser Artikel wurde aktualisiert um 18.25 Uhr - Am Morgen war es noch unklar gewesen, ob der Zug überhaupt starten kann, am Nachmittag musste der Zug wegen des starken Regens bereits nach der ersten Runde abgebrochen werden. Damit wurde der Rosenmontagsumzug in Fritzlar das erste Mal in seiner Geschichte nicht zu Ende gebracht.

Schon während des Umzugs waren Besucher, die in der Allee geparkt hatten, wieder mit ihren Autos weggefahren. Bei den Zugleitern sorgte die Aufbruchstimmung für Irritationen. Aber das Wetter mit Starkregen und Hagel sorgte dafür, dass die Menschenmengen auseinanderstoben.

„Einen Abbruch gab es noch nie“, sagte Zugleiter Pascal Prior. Einen kompletten Ausfall des Rosenmontagsumzugs habe es 1991 zuletzt gegeben. Dennoch war der Zugleiter froh, dass die 74 Wagen und Fußgruppen überhaupt starten konnten. „Es wäre schade gewesen, wenn die ganze Mühe umsonst gewesen wäre.“ Alle Wagen konnten laut Prior eine Runde zu Ende bringen.

Nach einem Start des Umzugs sah es am frühen Morgen noch nicht aus. Mit Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt mussten die Karnevalisten klären, ob ein Umzug überhaupt möglich sei, berichtet Prior. Zu diesem Zeitpunkt waren Windgeschwindigkeiten mit bis zu 100 Stundenkilometern erwartet worden. Tatsächlich waren es aber viel weniger. So konnten die Verantwortlichen den Startschuss geben. „Ich habe so etwas noch nie erlebt. Die Sicherheit geht vor“, sagte Otto May, Präsident der Eddernarren.

Beim Umzug bestätigte sich, was Prior im Vorfeld angedeutet hatte: Der Umzug war völlig unpolitisch. Nur die Lohner Schellenspringer hatten den Brexit auf ihrem Wagen thematisiert.

Lesen Sie auch: Stürmischer Rosenmontag: Mehrere Karnevalsumzüge abgesagt - Einsätze in der Region

Unser Livestream zum Nachgucken: 

Die Moderation übernahmen der frühere HNA-Ressortchef Reinhard Berger und HNA-Online-Redakteur Andreas Berger. An der Kamera stand HNA-Online-Redakteurin Lena Wenzel. Präsentiert wurde die Übertragung vom Autohaus Hetzler, Hyundai- und Volvohändler aus Fritzlar und Kassel.

Vorschau: Wie wird das Wetter am Rosenmontag?

Der Deutsche Wetterdienst warnte am Montag für den Schwalm-Eder-Kreis und für die Zeit von 8 bis 20 Uhr vor Sturmböen der Stufe 2 von 4 (lesen Sie auch: Stürmischer Rosenmontag: So wird das Wetter heute in Hessen und Südniedersachsen).

"Es können zum Beispiel einzelne Äste herabstürzen. Achten Sie besonders auf herabfallende Gegenstände", heißt es in der Meldung des DWD.

Die gute Nachricht aber ist: Dank unseres Livestreams konnte man den Umzug auch im Trockenen und Warmen verfolgen.

Haben in Fritzlar an Rosenmontag die Geschäfte geöffnet?

Nicht alle. Fritzlar ist das Köln Nordhessens. Wie in der Rhein-Metropole haben darum auch dort viele Geschäfte in der Innenstadt ab dem Nachmittag geschlossen.

Wie alt ist der Karneval in Fritzlar?

Erstmals wurde der Fritzlarer Karneval 1719 erwähnt. Schon damals wurde in der Domstadt heftig gefeiert, wie ein Briefwechsel aus dieser Zeit belegt. Laut dem heimischen Historiker Johann-Henrich Schotten ging es dort so wild zu, dass sich einige Fritzlarer nicht trauten, bei den Priestern zu beichten. Darum fragten sie bei Ursulinen-Schulschwestern Rat. Die Vorsteherin des Klosters fragte in Rom nach, ob sie den Faschingssündern einen Ablass gewähren darf. Aus dem Vatikan erhielt sie jedoch nur die Antwort, dass es keine Antwörte gäbe, da gerade der Papst gestorben war.

Wie lange gibt es schon Umzüge in Fritzlar?

Eigentlich noch gar nicht so lange. Der erste Umzug fand nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Verantwortlich dafür waren Kriegsflüchtlinge, die den Brauch aus dem Saarland und dem Rheinland nach Nordhessen brachten. 

Was rufen die Narren in der Region?

Nicht "Helau". Der Fritzlarer Gruß lautet "Alle Wille". Andernorts rufen sich die Narren "Schurri, Schurri" und "Marder Helau" zu.

Warum heißt es eigentlich Rosenmontag?

Dazu gibt es unterschiedliche Erklärungen: Zum einen geht der Name auf das alte Wort „rasen“ zurück, was toll oder verrückt bedeutet. Zum anderen könnte Napoleon dafür verantwortlich sein. Der wollte den Karneval zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den besetzten Gebieten wie im Rheinland verbieten, da Verbrecher und Rebellen die Verkleidung nutzen könnten, um sich zu verstecken. Das wollten die Narren aber natürlich nicht. Darum traf sich ein Komitee immer am vierten Montag nach dem Karneval, um sich Reformen auszudenken. Dieser Montag ist direkt nach Rosensonntag, weshalb sich das Komitee den Namen Rosenmontagsgesellschaft gab.

Karnevalsumzüge in der Region

Rosenmontag

Fritzlar:

Um 14 Uhr startet der größte Rosenmontagsumzug Nordhessens mit mehr als 70 Wagen, Gruppen und Musikzüge. Erwartet werden in der Innenstadt bis zu 30.000 Zuschauer.

Edermünde-Holzhausen:

Auch der Edermünder Ortsteil südlich von Kassel ist eine Hochburg. Hier wird ab 15.11 Uhr unter dem Schlachtruf "Gickelhahn Helau" gefeiert. Veranstalter ist die Karnevalsgemeinschaft Holzhausen/Hahn.

Naumburg:

Der Umzug mit mehreren tausend Zuschauern startet um 14 Uhr. Im Anschluss gibt es die große Rosenmontagsparty in der alten Stadthalle im Burghain.

Höckelheim:

Es ist der größte Karnevalsumzug im Kreis Northeim: Höckeln Helau hieß es ab 10 Uhr am Montagmorgen im Northeimer Ortsteil Höckelheim. Die HNA war auch bei diesem Umzug live dabei.

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