Nur wenige Zuschauer bei Veranstaltungen zur Drogenprävention in Gudensberg

Die Schlacht der Dichter

Wortakrobaten: Ercan Agirman kam aus Kassel, um beim Poeten-Wettstreit dabei zu sein. Ebenfalls auf der Bühne stand Maximilian Kumpf von der Gudensberger Poetry-Slam AG. Fotos: Hennek

Gudensberg. Spielen, trinken, rauchen – all das endet nicht selten in einer Sucht.

Zum Abschluss der Gudensberger Wochen der Drogenprävention präsentierten Schüler der Dr. Georg-August-Zinn-Schule (GAZ) am Freitag einen Poetry-Slam (Dichterwettstreit) und Hip-Hop zum Thema Drogen und Sucht.

Jugendpfleger Martin Storm von der Beratungsstelle Schwalm-Eder und Schulsozialarbeiter Tom Werner veranstalteten die Dichterschlacht mit Mitgliedern und Ehemaligen der Poetry-Slam Arbeitsgruppe der Gudensberger Gesamtschule.

„Wir feiern uns einfach selbst.“

Martin Storm

Es ginge nicht darum, mit dem erhobenen Zeigefinger die Jugendlichen davon zu überzeugen, dass Drogen schlecht seien, erläuterte Werner. „Uns geht es darum, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzen.“

Und das taten die Teilnehmer der Poetry-Slam-Gala auf ganz individuelle Art und Weise. Dabei prägten teils persönliche Erfahrungen, teils fiktive Szenarien – mal gesellschaftspolitisch, mal sozialkritisch aufgearbeitet – die Beiträge.

Neben sieben Mitgliedern der Poetry-Slam AG nahm ein Gast-Slampoet teil. Der 25-jährige Germanistikstudent Ercan Agirman aus Kassel. „Ich mach das seit fünf, sechs Jahren. Vorher hab ich Rap-Musik gemacht, und es ist ja so ähnlich wie Rap.“

Beim Poetry-Slam geht es darum, selbst geschriebene Texte in einem gegebenen Zeitrahmen vorzutragen. Die bewusste Selbstinszenierung verzichtet dabei auf jede Art von Hilfsmitteln und Requisite. Die Leistung bewertet das Publikum. Je mehr Beifall, desto besser der Beitrag. Die Interaktion zwischen Publikum und Slampoet flankiert und unterstützt ein Moderator.

Aufgrund mangelnden Interesses fand die Veranstaltung „Slam, Drugs & Rock’n’Roll“ nicht wie geplant im ehemaligen Kaufhaus Trossbach statt, sondern wurde kurzfristig in das Gudensberger Jugendzentrum verlegt.

Auch die vorangegangenen Veranstaltungen zum Thema Drogenprävention, die sich an Eltern und Vereine richteten, wurden sehr schlecht angenommen, berichten die Veranstalter.

„Mir ist es völlig wurscht, ob jemand da ist oder nicht. Es geht darum auf die Bühne zu gehen und mit dem Druck umzugehen“, sagte der Jugendpfleger, der von der Leistung der Teilnehmer sichtlich beeindruckt war.

„Warum sollen wir uns frusten lassen, nur weil die Reihen leer sind?“ fragte Werner und motivierte die Teilnehmer: „Wir feiern uns einfach selbst.“ Gesagt, getan.

Von Svenja Hennek

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