Kurt Nickel schnitzt Jesusfigur

Neuer Schmuck für Friedhofshalle in Allmuthshausen

Kurt Nickel aus Allmuthshausen zeigt die von ihm geschnitzte Jesus-Figur aus Lindenholz selbst geschnitzt.
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Neue Jesusfigur in der Friedhofshalle: Kurt Nickel aus Allmuthshausen hat die Figur aus Lindenholz selbst geschnitzt.

Hobby-Bildhauer Kurt Nickel aus dem Homberger Stadtteil Allmuthshausen schnitzt eine große Jesus-Figur und spendet sie für die Friedhofshalle. Doch zu sehen ist diese vorerst nicht.

Allmuthshausen – Dass er eine künstlerische Ader hat, war Kurt Nickel aus Allmuthshausen lange Zeit selbst nicht bewusst. Und eigentlich redet er auch gar nicht gerne über sein Talent. Doch in seinem Haus stapeln sich die Holzfiguren, die der 79-Jährige in den vergangenen 30 Jahren gefertigt hat. Madonnen-Figuren, Holzkrippen und Reliefe schmücken sein Zuhause.

Für ihn ist die Bildhauerei ein reines Hobby, das er eigentlich nicht zeigt. Jetzt aber spendete er eine große Christusfigur aus eigener Fertigung für die Friedhofshalle im Dorf. So wird demnächst für alle Einwohner sichtbar, welch Talent im Ort lebt. Durch die Coronapandemie darf die Halle derzeit nicht benutzt werden und so werden die Dorfbewohner das Werk erst bewundern können, wenn der Zutritt wieder erlaubt ist.

Gerhard Barton, Ehrenortsvorsteher von Allmuthshausen, hatte das Anbringen der Figur unterstützt. Seit einigen Wochen ziert sie nun die Halle und wartet darauf, die Beisetzungen würdevoll zu unterstreichen. Unter der Figur werden dann die Särge oder Urnen bei den Trauerfeiern platziert. Daher sei dieser Ort auch besonders passend, findet Kurt Nickel.

Die Figur, die etwa einen Meter hoch ist, hat er aus Lindenholz geschnitzt. Es stellt das Jesusbild am Kreuz dar. Etwa 600 Stunden hat Kurt Nickel daran gearbeitet – also viele Tage und Wochen.

Die Figur ist allerdings nicht erst jetzt, sondern bereits vor acht Jahren entstanden und zierte einst die Wohnung der Nickels. Jetzt habe sie einen wesentlich besseren Platz gefunden, sagt der 79-Jährige. Anlass für die Spende war seine Diamantene Hochzeit im August dieses Jahres gewesen. Aus Dankbarkeit über das langjährige Glück mit seiner Frau Erika hatte er sie eigentlich der Kirche spenden wollen. Nun sei die Friedhofshalle daraus geworden. Das gefällt dem Paar.

Neues Hobby nach der Frühpensionierung

Nickel kam erst nach seiner Frühpensionierung Mitte der 1990er-Jahre auf die Idee, Holzskulpturen zu fertigen. Der Allmuthshäuser ist gelernter Schreiner, arbeitete 37 Jahre lang im VW-Werk in Baunatal. Im Ruhestand habe er mit seiner Frau viele Urlaube im Salzburger Land gemacht, wo er die dort traditionelle Holzschnitzkunst bewundert habe – und dann selbst damit anfing. Kurt Nickel ist Autodidakt, hat sich alles selbst beigebracht, Bücher studiert und Anleitungen gelesen.

Teils hat er dazu Holz aus dem Wald benutzt oder Rohlinge verwendet, deren Konturen bereits vorgegeben sind. Auch eine große Weihnachtskrippe mit winzigen Details ist unter den Kunstwerken. Sie steht derzeit beleuchtet im Wohnzimmer des Paares.

Von Christine Thiery

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