Schüler der Remsfelder Berlin-Tiergarten-Schule wollen bedrohte Spitzahorne retten

Schnelle Hilfe für Bäume

Hacke, Schippe und viel Begeisterung: Lehrer Dieter Goldmann ((zweiter von links) mit einigen der Schüler, die versuchen, die absterbenden Spitzahorne auf dem Schulhof der Remsfelder Berlin-Tiergarten-Schule zu retten. Foto:  Brandau

Remsfeld. Schulsprecher Maurice Rimbach hat einen Blick fürs Detail. Er hatte Fotos von der Remsfelder Berlin-Tiergarten-Schule gesehen – und zu seiner Verblüffung festgestellt, dass auf allen Bildern die Bäume auf dem Schulhof besser, schöner und grüner aussahen als in Wirklichkeit.

Rimbach sprach seinen Lehrer Dieter Goldmann auf das Phänomen der an – schließlich kennt der sich als gelernter Forstwirt mit Bäumen bestens aus. Goldmann stellte schnell fest, dass in den insgesamt sechs Spitzahornen am Schulhof nicht mehr allzu viel Leben steckte. Die in den 70er-Jahren gepflanzten Bäume waren so dicht von Beton und Platten eingefasst, dass es ihnen an Freiraum, Wasser und Nährstoffen mangelte.

Für zwei gab’s keine Rettung

Dieter Goldmann holte einen weiteren Experten ins Boot: Sebastian Möller, denn viele auch als den Baumläufer aus Knüllwald kennen. „Die Bäume waren komplett ausgelaugt“, sagt der 36-Jährige, „sie fanden so gut wie keine Nährstoffe in der verdichteten Fläche.“ Für zwei der sechs Ahorne gab es keine Rettung mehr, für die restlichen vier aber bestand Hoffnung.

Dieter Goldmann rief zur Aktion „Rettet unsere Bäume“ auf und nahm sich mit der Arbeitsgruppe „Lernort Natur“ des Problems an. Schüler von der 1. bis zur 8. Klasse machten sich mit Hacken und Schippen daran, die Bäume auszugraben und ihnen mehr Platz zu verschaffen. Außerdem sorgt Sebastian Möller dafür, dass die Ahorne mit Dünger und einem Bodenaktivator ausgestattet werden.

Das alles ist sehr aufwändig und mit viel Muskelkraft verbunden. Wäre es nicht viel einfach gewesen, die alten Bäume zu fällen und neue zu setzen?

Kinder sind begeistert dabei

Nein, sagt Dieter Goldmann und verweist darauf, dass die neuen Bäume auch nur an der Stelle der alten gepflanzt werden könnten – und dort ja genau die selben schlechten Bedingungen vorfinden würden.

Deshalb gelte es jetzt, diese Bedingungen zu verbessern. Die Kinder haben Spaß an der Arbeit auf dem Schulhof, auch wenn es wesentlich schönere Monate als den Dezember gibt, um draußen zu arbeiten. Dennoch sehen sie mit jedem Spatenstich den sie setzen und mit jedem Stein, den sie beiseite räumen, dass sie den Standort der Bäume verbessern.

Vielleicht danken die es ihnen ja schon im nächsten Jahr, indem sie im Frühjahr wieder aufblühen und im Sommer mehr Schatten geben.

Von Claudia Brandau

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