"Die Schranke ist im Kopf"

Fritzlarer Gesundheitszentrum: Wenige Besucher nutzen Parkplätze

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Sind ratlos: Dr. Joachim Knell (links) und Stefan Moecker wundern sich darüber, dass die Parkplätze am Gesundheitszentrum nicht genutzt werden. Das Bild entstand, als im Oktober die Parkgebühren gesenkt wurden.

Fritzlar. Das Problem mit der Schranke vor dem Fritzlarer Gesundheitszentrum  sei wohl, dass die Menschen in Fritzlar eine Schranke im Kopf haben. Das zumindest glaubt Stefan Moecker, Verwalter des Gesundheitszentrums.

Anders lasse es sich kaum erklären, dass die Besucher des Gesundheitszentrums die Parkplätze direkt davor und auch die in der Tiefgarage kaum nutzten.

„Uns kommt es so vor, als ob die Leute keine Ahnung davon hätten, wie man eine Parkplatz-Schranke nutzt und dass sie Angst davor haben“, sagt Moecker. Das sei in Großstädten anders.

Daher müsse man etwas dafür tun, um die Menschen in Fritzlar wachzurütteln. „Wir müssen sie informieren“, sagt Moecker. Deshalb habe man jetzt 10.000 Flyer verteilt, die über die Parkgebühren und über die Nutzung der Schranke aufklären. Sollte diese Aktion keine Wirkung zeigen, werde man über einen Zeitraum von etwa vier Wochen direkt an der Schranke Aufklärungsarbeit leisten.

„Dann stellen wir Leute ab, die erklären, wo man drücken muss, wie man bezahlt und auch, dass es preisgünstig ist am Gesundheitszentrum zu parken“, sagt Moecker.

Klar sei, dass sich die Situation nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht ändern müsse. Eine Folge der Schrankenphobie sei nämlich, dass viele Besucher des Gesundheitszentrums auf den frei befahrbaren Parkplätzen des Domstadtcenters in direkter Nachbarschaft ihre Fahrzeuge abstellten. Dort kann man mit Parkscheibe bis zu zwei Stunden kostenlos parken. Das jedoch verärgere die Geschäftsleute dort, die zum Teil für verstärkte Kontrollen sorgten.

Bereits seit der Eröffnung des Gesundheitszentrums würden dessen Parkplätze nicht gut angenommen. Man stehe wie der Ochs vorm Berg, so Moecker ratlos.

Ähnlich geht es auch Dr. Joachim Knell, Geschäftsführer des Ärztehauses in Fritzlar. „Es scheint tatsächlich bei der Schranke eine Barriere im Kopf zu entstehen“, sagt er. Vielleicht glauben die meist älteren Besucher des Gesundheitszentrums, dass die Schranke bedeute, sie dürften nicht rein. „Stattdessen quälen sie sich den kleinen Berg zu unserem Haus zu Fuß hoch.“ Zudem gebe es auch tatsächlich bei der Bedienung des Automaten Probleme: „Wir haben jeden Tag etwa zwei Noteinsätze“, erklärt Knell. „Manche Leute schieben ihre EC-Karte rein, andere stecken Geld in den Schlitz und wieder andere knicken die Schranke ab.“

Es sei jedenfalls keine Alternative, die Schranke zu entfernen. „Dann sind die Plätze voll und wir haben keine mehr für die Patienten“, so Dr. Knell.

Von Maja Yüce

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