Neues Gesetz ermöglicht Betroffenen, schon nach drei Jahren einen Schnitt zu machen

Schulden schneller loswerden

Schwalm-Eder. Menschen, die in eine Insolvenz geraten sind, können schneller schulden frei werden. Ein neues Gesetz, das im Juli in Kraft getreten ist, ermöglicht es Betroffenen, bereits nach drei statt nach fünf Jahren ihre Schulden komplett abzubauen.

Dadurch können sie schneller einen wirtschaftlichen Neustart wagen. Dies teilte Klaus Schwaderlapp, Pressesprecher des Amtsgerichtes Fritzlar, mit. Schafft es ein Mensch, der in eine Insolvenz geraten ist, vor Ablauf der drei Jahre mindestens 35 Prozent seiner Schulden abzubezahlen, ist er danach schuldenfrei. Hat er also 100 000 Euro Schulden, muss er mindestens 35 000 Euro nach drei Jahren aufgebracht haben. Ist er dazu nicht in der Lage, gelten weiterhin die fünf Jahre Wohlverhaltensphase.

Das bedeutet, dass der Schuldner keine neuen Schulden machen darf und die Vorgaben des Treuhänders erfüllen muss. „Wir müssen erst abwarten, wie das Gesetz angenommen wird und ob es daraufhin mehr Anträge gibt“, sagt der Pressesprecher. Die Zahl der Menschen, die bisher in diesem Jahr in eine private Insolvenz geraten sind, ist auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren.

Im Jahr 2013 stellten 170 Menschen einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht, 2012 waren es 152. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren es 73 Anträge. Das Amtsgericht in Fritzlar ist für die Kreisteile Fritzlar-Homberg und Melsungen zuständig. Für Schwalmstadt liegen keine Zahlen vor. „Die kleinen Ausschläge sind normal, die Zahlen halten sich noch auf dem Niveau von 2012“, sagt Schwaderlapp. Er könne nicht abschätzen, ob das so bleibt. Die Gründe, die zu einer Insolvenz führen, sind laut Schwaderlapp, dass Menschen über ihre Verhältnisse lebten und den Überblick über ihre Finanzen verlören. Aber auch unvorhergesehene Dinge wie Scheidung können ein Grund sein.

Eine Empfehlung, seine Finanzen im Blick zu behalten, ist es, ein Haushaltsbuch mit Einnahmen und Ausgaben zu führen. ARTIKEL UNTEN

Von Leona Nieswandt

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