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Pfarrerin in heikler Mission – Deutsch-Russisches Forum: Petra Schwermann ist Vorsitzende

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Von: Maja Yüce

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Petra Schwermann ist auf dem Foto zu sehen
Petra Schwermann (52) studierte evangelische Theologie in Bethel, Marburg und Heidelberg sowie Sozialmanagement in Essen. Sie ist seit 2020 Diakoniepfarrerin und Leiterin des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Schwalm-Eder. © Christian Schauderna

Deutsch-Russisches Forum: Petra Schwermann wurde zur ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzenden gewählt.

Homberg/Berlin – Eine Pfarrerin aus dem Schwalm-Eder-Kreis ist jetzt an der Spitze des Deutsch-Russischen Forums: Petra Schwermann wurde zur ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Die 52-jährige Hombergerin folgt auf den früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD), der nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar den Vorsitz niederlegte.

Schwermann tritt also eine schwierige Nachfolge in einer heiklen Zeit an: Das Forum mit Sitz in Berlin galt bis zum Ukrainekrieg als wichtiger Akteur im Dialog zwischen Russland und Deutschland. Doch seit Kriegsbeginn wurden deutsch-russische Austausch-Programme gestoppt, Städtepartnerschaften und wirtschaftliche Zusammenarbeit ruhen. Und: Rund ein Viertel der Mitglieder habe den Verein verlassen. Das Kriegsgeschehen habe zu einem tiefen Riss in den Beziehungen geführt. Das Forum sei in einer Phase der sorgsamen Orientierung und Standortbestimmung, so Schwermann. „Doch es gibt in beiden Nationen aufgrund der langjährigen Arbeit des Deutsch-Russischen Forums auch jetzt Menschen, die wider den Augenschein auf eine Zukunft des zivilgesellschaftlichen Austauschs hoffen, und die versuchen, ihre Kontakte in diesen schweren Zeiten aufrechtzuerhalten.“ Das Forum übernehme als eines der letzten verbliebenen gesellschaftlichen Dialogforen eine große Verantwortung.

Allerdings sei vieles, was bislang im Austausch selbstverständlich war, nicht oder nur erschwert möglich

„Wir alle hoffen auf Frieden und versuchen, in einem sehr bescheidenen Rahmen der zwischenmenschlichen Kontakte unseren Beitrag zu leisten“, so Schwermann. Allerdings sei vieles, was bislang im Austausch selbstverständlich war, nicht oder nur erschwert möglich. „Unsere Arbeit in diesen Tagen geschieht mit dem Ziel, Mitgliedern und Partnern in Deutschland und Russland zu vermitteln, dass sie und ihr Engagement für eine deutsch-russische Verständigung nicht vergessen sind.“

2023 solle es regionale Veranstaltungen geben, um über die aktuelle Situation ins Gespräch zu kommen. Zugleich solle es wieder Angebote des Jugendaustauschs und des Städtedialogs geben. (Maja Yüce)

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