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Kliniken in Silvester-Sorge: Handel vor Feuerwerk-Verkaufsstart – Mehr Verletzte erwartet

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Von: Lea Beckmann, Daniel Seeger, Maja Yüce

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Auf dem Foto ist Catherine Evans zu sehen.
Im Rewe-Markt in Homberg gibt es schon das Tisch- und Kinderfeuerwerk, das Catherine Evans, Abteilungsleiterin im Markt von Kai Mohr, zeigt. Böller oder Raketen werden erst ab Donnerstag verkauft. © Beckmann, Lea

Handel vor Feuerwerk-Verkaufsstart – Es werden mehr Verletzte erwartet.

Schwalm-Eder – Zum Jahreswechsel kann wieder geböllert werden – auch im Schwalm-Eder-Kreis. Wegen der Corona-Pandemie war der Verkauf von Feuerwerk an Silvester die vergangenen zwei Jahre verboten gewesen. Ab morgen gibt es nun wieder Feuerwerkskörper zu kaufen. Und damit wächst die Sorge in den Kliniken im Landkreis. Sie bereiten sich auf eine höhere Belastung vor – in einer aufgrund der Krankheitswelle durch Grippe und RS-Virus sowie infolge von Personalknappheit ohnehin angespannten Lage.

Im Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar habe man an vergangenen Silvester- und Neujahrstagen einige Patienten notfallmäßig versorgen müssen, sagt Geschäftsführer Dr. Carsten Bismarck. Grund dafür sei die unsachgemäße Verwendung der Feuerwerkskörper gewesen, die insbesondere zu Verletzungen an den Händen und den Augen geführt hätten. Auch wenn die Zahl der Fälle im Hospital nicht hoch gewesen sei, mahne man die Bevölkerung an, Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. „Wir sehen uns für die kommenden Tage aber gut gerüstet“, so Bismarck.

Die Gewerkschaft der Polizei spricht sich für ein Feuerwerksverbot aus

Wie man in der Asklepios Klinik in Schwalmstadt dem Silvesterfeuerwerk entgegen blickt, war gestern auf HNA-Anfrage nicht zu erfahren. Allerdings erwartet die Deutsche Krankenhausgesellschaft einen Wiederanstieg der Schwerverletztenzahlen. „In der Silvesternacht des Böllerverbots 2020/21 haben die Krankenhäuser zwei Drittel weniger Feuerwerks-Schwerstverletzte auf den Stationen gezählt“, so der Vorsitzende Gerald Gaß. Unterdessen spricht sich die Gewerkschaft der Polizei für ein Feuerwerksverbot aus.

Im Handel herrscht hingegen Freude über den Böller-Verkaufsstart: „Ich freue mich, dass wir wieder Feuerwerk anbieten dürfen“, sagt Kai Mohr, Inhaber des Rewe-Marktes in Homberg. Die Kunden könnten zwischen 40 verschiedenen Produkten wählen. Das Angebot sei wieder so groß wie vor der Pandemie. Besonders beliebt seien die Feuerwerksbatterien. Diese müssten nur einmal angezündet werden und erzeugten dann gleich mehrere Licht-Effekte. Mohr rechnet mit einer hohen Feuerwerk-Nachfrage. Auch im Edeka-Markt Hellwig in Besse hat man die gleichen Mengen wie vor Corona im Bestand, sagt Marktleiter Florian Hellwig. Er glaube aber, dass die Menschen weniger Geld ausgeben – wegen Inflation und Energiekrise. Es gebe aber Fans, die sich sehr auf das Feuerwerk freuen. (Lea Beckmann, Daniel Seeger, Maja Yüce)

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