3,6 Prozent Arbeitslosigkeit - Mehr freie Stellen als Bewerber

Arbeitslosigkeit im Schwalm-Eder-Kreis bleibt weiter auf Tiefststand

Zum Themendienst-Bericht vom 16. September 2015: Bildungsgutschein oder WeGebAU: Die Arbeitsagentur hilft bei der Finanzierung von Weiterbildungen für Beschäftigte ohne Berufsabschluss oder Arbeitslose. (Archivbild vom 17.04.2012/Die Veröffentlichung ist für dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) Foto: Markus Scholz
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Schwalm-Eder. Erneut sind weniger als vier Prozent der Erwerbstätigen im Schwalm-Eder-Kreis arbeitslos gemeldet. Bei einer Quote von 3,6 Prozent waren im Dezember 3554 Menschen im Kreis arbeitslos. Das sind zwar 87 mehr als im November, jedoch 797 Arbeitslose weniger als noch vor einem Jahr.

Wegen des Wetters würde die Zahl im Dezember normalerweise deutlich höher ansteigen, sagt Rainer Kesper, Geschäftsstellenleiter der Arbeitsagentur Schwalm-Eder. Besonders für Frauen und jüngere Menschen sei es ein guter Monat gewesen. Aber für alle anderen Gruppen, auch für Männer, Ältere und Langzeitarbeitslose, zeige der Jahresvergleich deutlich bessere Zahlen.

Gerade einmal 111 Tage bleiben die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis im Durchschnitt arbeitslos, sagt Kesper. In Hessen sind es im Durchschnitt 123 Tage, bis ein Arbeitsloser wieder einen Job gefunden hat. „Im Vergleich stehen wir also wirklich gut da.“

Die sehr positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt habe aber auch eine Schattenseite, sagt Kesper. Es gebe viele freie Stellen, aber nur wenige Bewerber. „In allen Bereichen fehlen Menschen. Betriebe haben Probleme bei der Besetzung der Stellen“, sagt Kesper. Der Pool an Arbeitssuchenden, aus dem sich die Betriebe bedienen könnten, werde immer kleiner. Die Folge: Betriebe schrauben ihre Ansprüche zurück. „Davon könnten aber Langzeitarbeitslose profitieren“, so der Geschäftsstellenleiter.

Dass die Arbeitslosenzahlen wieder deutlich ansteigen, glaubt Kesper aber nicht. „Natürlich kommen wir auch irgendwann bei der Vermittlung an unsere Grenzen. Aber tendenziell werden die Arbeitslosenzahlen weiter sinken“, sagt er. Denn die Bereitschaft, einen Mitarbeiter zu entlassen, sei geringer, wenn Betriebe befürchten müssten, keinen Ersatz mehr zu finden. 

Freie Lehrstellen noch melden

Unternehmen und Arbeitgeber, die für 2018 noch Auszubildende suchen, sollten jetzt ihre freien Stellen bei der Arbeitsagentur melden. So könnte die Arbeitsagentur Betriebe dabei unterstützen, die passenden Lehrlinge zu finden, sagt Kesper. Denn im Februar, nach Ausgabe der Halbjahreszeugnisse, würden sich noch einmal viele Schüler bei der Arbeitsagentur melden und nach Lehrstellen suchen. Im Ausbildungsjahr 2016/2017 seien 949 freie Lehrstellen bei der Arbeitsagentur gemeldet gewesen. Betriebe können sich bei Rainer Kesper unter Tel. 0 56 81/936 22 30 oder per Mail an Rainer.Kesper@arbeitsagentur.de melden. 

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