Neue Konzepte bei Kirchen, Schulen und Bädern

Baldige Lockerungen in der Region Homberg: Schulen und Bäder brauchen neue Konzepte

Wenn der Neuenhainer See öffnet, kann auch die neue Kinderwasserrutsche eingeweiht werden. Bürgermeister Philipp Rottwilm (von links) und Sven Wende, stellvertretender Platzleiter, erarbeiten ein Konzept für die Anlage.
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Wenn der Neuenhainer See öffnet, kann auch die neue Kinderwasserrutsche eingeweiht werden. Bürgermeister Philipp Rottwilm (von links) und Sven Wende, stellvertretender Platzleiter, erarbeiten ein Konzept für die Anlage.

Bereits zwei Wochen vor den Sommerferien, also ab dem 22. Juni, dürfen Schüler in festen Gruppen ohne Abstandsregeln in der Klasse sitzen.

Für viele Menschen in den Städten und Gemeinden des Kreisteils Homberg im Kreis Schwalm-Eder kam die Nachricht über die Corona-Lockerungen, die gestern seitens der Hessischen Landesregierung verkündet wurden, überraschend.

Unter anderem für Grundschulen, Betreiber von Freibädern und Badeseen heißt dies: Umdenken in großem Stil. Wir haben nachgefragt.

Corona in Homberg: Lockerungen für die Grundschulen

„Wir fühlen uns erschlagen von der neuen Herausforderung“, sagt Gabi Wolff, Schulleiterin der Schule An den Türmen in Fritzlar. Gerade hatten sie und ihr Team für die rund 360 Schüler ein Konzept entwickelt, das durch den eingeschränkten Schulbetrieb in der Corona-Krise führen soll, schon heißt es: Alles wieder zurück.

Bereits zwei Wochen vor den Sommerferien, also ab dem 22. Juni, dürfen Schüler in festen Gruppen ohne Abstandsregeln in der Klasse sitzen – und zwar alle. Die 1,50 Meter gelten nur beim Betreten und Verlassen des Gebäudes sowie in den Pausenzeiten. Aber wie soll das gehen? Das fragt sich Wolff. „Wir versuchen nun, die Erst- und Zweitklässler später anfangen zu lassen als die Dritt- und Viertklässler.“ So wolle man das Aufeinandertreffen weitestgehend entzerren.

Doch an dem unheimlich großen zusätzlichen Organisationsaufwand ändere dies nichts. „Wir hätten uns gewünscht, dass alles bis zu den Sommerferien wie gehabt fortgeführt wird und in der Ferienzeit die Möglichkeit besteht, ein Konzept zu entwickeln“, sagt die Schulleiterin.

Für eine große Herausforderung hält auch Schulleiterin Andrea Horn-Eckhardt von der Osterbachschule in Homberg die neuen Lockerungen: „Wir haben aber zum Glück bereits vor der Konferenz Infos vom Kultusministerium erhalten.“

Corona in Homberg: Regeln für Bäder und Seen

Philipp Rottwilm, Bürgermeister von Neuental begrüßt die neuen Lockerungen. Es sei wichtig, den Menschen in der Region umHomberg wieder mehr Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung zu geben. Und die Gemeinde hat schnell reagiert. 

Ab Dienstag, 16. Juni, ist der Neuenhainer See für Zelt- und Badegäste trotz Corona wieder geöffnet. Auch wie viele Besucher auf der 6000 Quadratmeter großen Liegefläche Platz nehmen dürfen, steht bereits fest. Vorerst gilt dort eine maximale Badegastanzahl von 500 Personen, teilt Rottwilm mit. 

Damit werden weniger Besucher zugelassen, als eigentlich Platz hätten. Denn mit der Regel, die fünf Quadratmeter pro Besucher vorsieht, wäre für 1200 Menschen Platz. Im Sommer kommen an einem heißen Tag bis zu 5000 Badegäste in den Ferienpark. 

Darüber hinaus muss jede Übernachtungsgruppe in einem Meldebogen bestätigen, dass keine Erkrankung vorliegt. Es sei wichtig, dass die Gäste sich an die Vorgaben halten. „Sonst funktioniert es nicht“, sagt Rottwilm.

Corona in Homberg: Neue Regeln für Edermündes Freibad 

Corona-Neuerungen gelten auch für Freibäder in der Region um Homberg. Sie dürfen wieder öffnen. Edermünde etwa stellt das aber vor Probleme: "Ich habe keine Ahnung, welche Auflagen auf uns zukommen“, sagt Bürgermeister Thomas Petrich. „Ich würde das Freibad Holzhausen gerne öffnen, kann aber noch keinen Termin nennen.“ Es gebe Hygienepläne. 

„Ich finde das unmöglich“, sagt Petrich über den Informationsfluss. Bei den Bürgern wecke die Landesregierung mit neuen Lockerungen Erwartungen, denen die Gemeinde nicht gerecht werden könne. „Die Menschen werden am Montag anrufen und sich beschweren, weil wir das Schwimmbad noch nicht öffnen."

Corona in Homberg: Magistratsitzungen stehen erst noch an 

Die Betriebsleitung des Borkener Seenlandes konnte auf Anfrage am Mittwoch noch keine genauen Angaben zu Corona-Lockerungen machen. Es stünde noch eine Magistratsitzung an, in der ein Konzept für die Öffnung der Seen um Homberg erarbeitet werde. Das Ergebnis steht noch aus.

Eine Magistratsitzung am Montag soll auch in Fritzlar darüber entscheiden, an welchem Tag und unter welchen Umständen das Eder-Auen-Erlebnisbad öffnen soll. Laut Hauptamtsleiter Gerhard Schütt arbeiten seit gestern mehrere Menschen an einem Konzept.

Fünf Quadratmeter pro Besucher – nicht nur auf den Liegeflächen, sondern auch im Becken – das soll die Maßgabe sein. Doch was ist mit Rutschen? Wie werden die Regeln in den Duschen und Umkleiden aussehen? All das müsse noch erarbeitet werden.

Corona in Homberg: Das ist neu in den Kirchen

Das hat auch Auswirkungen auf die Kirchen in der Region um Homberg. Denn dort müssen bei Gottesdiensten, Bestattungen und Trauerfeierlichkeiten aufgrund von Corona künftig die Daten aller Teilnehmer aufgelistet werden. Diese Anordnung ist neu. 

„Wir hatten bislang den Kirchengemeinden nur die dringende Empfehlung gegeben, die Daten zu erfassen“, sagt Sabine Tümmler, Dekanin im Kirchenkreis Schwalm-Eder. Die Entscheidung lag bei den jeweiligen Kirchenvorständen. Diese legten verbindlich fest, wie die Corona-Richtlinien für die Gottesdienste und Bestattungen in ihrer Gemeinde umgesetzt wurden. 

Bei den Blutkonserven drohen Engpässe:Weil sich die Krankenhäuser im Schwalm-Eder-Kreis nach der Corona bedingten Pause wieder auf den Regelbetrieb vorbereiten, werden deutlich mehr Blutspenden benötigt

Ein Fitness-Studio-Betreiber aus Homberg fühlt sich durch die Corona-regeln benachteiligt - jetzt macht er mit einer provokanten Facebook-Aktion darauf aufmerksam.

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