Mehr tote Tiere durch Verkehr als durch Jagd

Der Feldhase ist der Region keine Plage mehr

+

Lange Zeit hatte der Feldhase viele Feinde, die Bestände waren stark dezimiert. Doch so langsam erholen sich die Feldhasen, die Bestände steigen erstmals wieder an. 

Dem Feldhasen im Landkreis geht es nach langer Zeit wieder besser. Hatte das Wildtier in den vergangenen Jahren auf immer engerem Lebensraum immer weniger Nahrung gefunden und ums Überleben kämpfen müssen, haben sich die Bestände in den vergangenen drei Jahren leicht erholt.

Zu verdanken sei das der neuen Jagdverordnung, sagt Kreisjagdberater Werner Wittich, denn die gebe dem Feldhasen einen besonderen Stellenwert: Sie sieht ihn nicht als Plage, sondern vielmehr als festen und wichtigen Bestandteil der heimischen Natur und Steppenlandschaft. Deshalb sah das Gesetz eine Bestandsaufnahme vor.

Seit drei Jahren nun fahren Jagdpächter und Jagdrechtseigentümer im Frühjahr und Herbst samt Scheinwerfern und Wärmebildkameras feste Strecken im Kreisgebiet ab und zählen die Bestände.

Die Zahlen lassen dann erkennen, wie sich die Bestände entwickelt haben, ob und wie viele Jungtiere hinzugekommen sind. Diese Zählung – auch Monitoring genannt – geben der Jagdbehörde qualifizierte Erkenntnisse und liefern aus den Rückschlüssen exakte Vorgaben darüber, ob und wie viele Tiere die Jäger erlegen dürfen. Denn nur wenn im Herbst Mehrbestand erkennbar ist, erteilt die Jagdbehörde eine schonende Freigabe zum Abschuss.

Aber noch etwas anderes gibt Hoffnung, dass der Feldhase in den oft ausgeräumten Landschaften mehr Nahrung und Deckung finden kann. Viele Landwirte wandelten wieder die Randbereiche ihrer Felder in Blühzonen um, die Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Das alles sei wichtig, denn der Feldhase in der Region sei unverzichtbar, sagt Wittich. In der Vielfalt der Natur fehlten bereits viele Tiere: „Auch Rebhühner, Fasane, Stockenten und Kiebitze werden selten.“ Wittichs Hoffnung: Dass Landwirte verstärkt die Grünstreifenprogramme nutzten, Hecken anlegten und Wegränder begrünten. Aber er sieht auch Städte und Gemeinden in der Pflicht.

Mehr tote Tiere durch Verkehr als durch Jagd

Die Zeiten, in denen Hasen als Landplage galten, sind vorbei. Wurden im Jagdjahr 2008/2009 bundesweit 420 000 Hasen erlegt, waren es zehn Jahre später nur noch 185 000 Tiere. Im Schwalm-Eder-Kreis schossen Jäger 2008/2009 genau 551 Tiere – zehn Jahre später waren es nur noch 185 Hasen. Damit liegt die Zahl der Hasen, die im Landkreis durch den Straßenverkehr sterben, deutlich höher. Im Schnitt sind es 230 Tiere, die jährlich tot aufgefunden werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.