Flüchtlinge stellen die Tafeln vor Herausforderung

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Schwalm-Eder. Die zunehmende Zahl der Flüchtlinge stellt die vier Tafeln im Landkreis vor bislang unbekannte Herausforderungen.

Das Diakonische Werk Schwalm-Eder versorgte im vergangenen Jahr 1806 Menschen mit geringem Einkommen mit Lebensmitteln. Jetzt stünden die Tafeln angesichts der vielen Neuankömmlinge aus anderen Kulturkreisen vor der Frage, wie sie die oft großen sprachlichen und kulturellen Hürden bewältigen könnten, sagt Geschäftsführerin Margret Artzt.

Flüchtlinge liegen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz unterhalb der finanziellen Grenze, die für Tafelkunden gilt, daher könnten sie prinzipiell auch die Unterstützung des Diakonischen Werks Schwalm-Eder annehmen, berichtet Margret Artzt.

Problematisch sei aber, dass den meisten Flüchtlingen sowohl das Prinzip der Tafelarbeit als auch viele der dort angebotenen Lebensmittel völlig fremd seien: Erklärungen auf Englisch und Bilder von Obst- und Gemüsesorten sollen zu einem besseren Verständnis seitens der Kunden aus fremden Ländern beitragen.

Für das Diakonische Werk sei es keine Frage, dass es sich dieser Aufgabe und Verantwortung nicht verschließen werde, sagt Margret Artzt: „Wir leben eine ganz deutliche Willkommenskultur, deshalb müssen und wollen wir kreative Lösungen finden.“

Diese Willkommenskultur sei Bestandteil der Tafelarbeit, die das Diakonische Werk seit zehn Jahren an den vier Standorten Fritzlar, Homberg, Melsungen und Schwalmstadt im Landkreis leiste. Die Tafeln böten Hilfe - und machten damit aber sichtbar, dass es auch in unserer Region Armut gebe.

„Tatsächlich versuchen wir einen schwierigen Spagat“, sagt Margret Artzt: „Wir wollen den Menschen helfen und trotzdem auch den Politikern auf den Füßen stehen, damit sie sozialpolitischen Lösungen bieten. Wir können Not nur lindern, sie aber nicht beseitigen“

Von Claudia Brandau 

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