Pilze befallen Buchenkronen

Trocken trotz Regens - Wasserspeicher des Waldes leer

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Trocken trotz Regens - Wasserspeicher des Waldes leer.

„Der Regen der vergangenen Wochen hat zumindest den Nadelbäumen etwas geholfen“, sagt Karl-Gerhard Nassauer, Leiter des Forstamtes Jesberg. Trotzdem sind die Wasserspeicher leer.

  • Buchen werden von Pilzen heimgesucht.
  • Trotz Regens sind die Wasserspeicher des Waldes leer.
  • Nach wie vor bereitet der Borkenkäfer den Forstleuten Probleme.

Anders sehe es bei den Buchen aus. Infolge des Regens und der milden Temperaturen werden sie von Pilzen heimgesucht, die vor allem die Kronen schwächen. Insgesamt sei man von einer Verbesserung der Wasserspeicher im Boden noch weit entfernt, sagt der Forstmann.

Buchen brauchen gefüllte Wasserspeicher besonders

Dabei bräuchten gut gefüllte Speicher vor allem Buchen, die ihr Wasser während der Sommermonate, wenn die Niederschläge ohnehin geringer seien, daraus beziehen. 

Dass sich das Defizit in den Speichern nach den beiden trockenen Jahre nur langsam ausgleicht, liegt laut Nassauer zum einen an der Regenmenge – „sie könnte durchaus noch größer sein“ – und zum anderen an der Verdunstung im Wald. 

Karl-Gerhard NassauerLeiter des Forstamts Jesberg

Die Folge: Der Regen bleibt im Kronendach hängen und verdunstet. Unter dem Strich kommt je nach Laub- oder Nadelwald ein Viertel bis ein Drittel des Wassers überhaupt nicht auf den Boden. 

Und dort tragen Farne, Gräser und anderer Bewuchs zur weiteren Verdunstung bei. Auch wenn die Niederschlagsmenge größer sein könnte, von einem Tropfen auf einen heißen Stein könne nicht mehr die Rede sein.

Borkenkäfer im Wald noch immer Thema

Sorgen bereiten den Forstleuten nach wie vor der Borkenkäfer. „Das Schadholz ist zum Teil wegen Absatzproblemen noch im Wald.

Und auch zahlreiche befallene Bäume, die überall in den Forsten zu sehen sind, müssen noch entfernt werden“, erklärt Nassauer. Das müsse nun im Frühjahr möglichst schnell nachgeholt werden, um die weitere Verbreitung zumindest eindämmen zu können. Trotzdem rechnet Nassauer mit weiteren Schäden durch den Borkenkäfer.

Homberg: Frage der Aufforstung

Von Pilzen befallen sind zahlreiche Buchen. Die Folge: Um die Gefahren abbrechender Kronen zu mindern, seien Verkehrssicherungshiebe vor allem an Straßen- und Wegerändern nötig. Das sei arbeitsintensiv, weil der Einsatz von Maschinen nur eingeschränkt möglich ist, sagt Nassauer. Ungelöst sei auch noch die Frage der Aufforstung mit einem stabilen, widerstandsfähigen Wald.

Trotz Regen herrscht Dürre

Die Trockenheit verdrängt Nadelbäume aus der Region. Die Regenfälle der vergangenen Wochen sorgen nur für oberflächliche Nässe.

In niedersächsischen Landesforsten drohen Bäume umzustürzen, denn die Weißfäule frisst Buchen auf. Die geschwächten Stämme sind ein beliebtes Angriffsziel von Borkenkäfern. 

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