Durch KiföG hat sich die Situation seit 2014 noch verschärft

Kinderbetreuung im Schwalm-Eder-Kreis wird immer teurer

Schwalm-Eder. Die deutlich gestiegenen Kosten für die Betreuung der Kinder in den Kitas belasten alle Kommunen im Landkreis, besonders aber die mit finanziellen Problemen.

Das hessische Kinderförderungsgesetz (KiföG), das seit 2014 gilt, hat die Situation nicht verbessert, sondern eher weiter verschärft.

Der Meinung sind zahlreiche Kommunalpolitiker im Kreis. „Wir sind für eine gute Ausstattung in den Kindergärten, brauchen aber mehr Unterstützung vom Land“, sagt zum Beispiel Niedensteins Bürgermeister Werner Lange. Auch dort müssen immer mehr jüngere Kinder betreut werden, die Öffnungszeiten werden ausgedehnt, weil der Bedarf da ist. Mehr Hilfe vom Land, das sei auch eine Bedingung der Bürgermeister, die sich unter dem Dach des Hessischen Städte- und Gemeindeverbundes vereint haben und eine Reform des Finanzausgleichs fordern.

Niedenstein etwa zahle für die Kinder- und Jugendbetreuung 900.000 Euro pro Jahr, sagt Lange. Im August habe man zwei zusätzliche Erzieherstellen besetzen müssen, eine weitere 20-Stunden-Kraft sei ausgeschrieben. Pro Stelle sind das 35.000 bis 45.000 Euro, die mehr auf die Gemeinde zukommen. Das Land gleiche dies nur bedingt aus. „Zwei Drittel bis drei Viertel der zusätzlichen Kosten bleiben bei den Kommunen hängen“, sagte Lange.

Die Nutzungsgebühren könnten nicht erhöht werden, da gebe es Grenzen. Viele Familien in Nordhessen hätten bei mehreren Kindern oft Not, die Plätze zu zahlen. In Niedenstein kostet die Betreuung 120 bis 180 Euro monatlich.

Ähnlich ist es in Neuental: Dort müssen dieses Jahr 83 Stunden mehr abgedeckt werden, auch weil immer mehr Asylbewerberkinder kommen und Anspruch auf einen Platz haben, wie Bürgermeister Kai Knöpper erläuterte. Die Gebührenhaushalte könnten so nicht kostendeckend sein.

Rubriklistenbild: © dpa

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