Neuer Slogan: "Eins plus eins ist mehr als zwei"

Neue VR-Partnerbank Chattengau/Schwalm-Eder startet nach Fusion im September

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Sie wollen die Fusion von VR-Bank Schwalm-Eder und VR-Bank Chattengau umsetzen: Die Vorstände (von links) Kai Mardorf, Anja Kukuck-Peppler, Stefan Kördel und Thomas Völker.  

Schwalm-Eder. Nun ist das Geheimnis um den Namen gelüftet. Bis September wollen die VR-Bank Schwalm-Eder und die VR-Bank Chattengau ihre Fusion abgeschlossen haben. 

Dann werden sie als „VR-Partnerbank Chattengau/Schwalm-Eder“ firmieren. „Eins plus eins ist mehr als zwei“, lautet der Slogan für diesen Neustart. Das sei mathematisch zwar falsch, solle aber das Wirgefühl, die Verbundenheit und Nähe zur Region zum Ausdruck bringen, betonten die vier Vorstände im Gespräch mit der HNA.

Entscheidungsprozess

In den kommenden Wochen werden sie in einem aufwendigen Verfahren in Mitglieder- und Vertreterversammlungen erläutern, welche Ziele die Bank künftig verfolgen will. 30.757 Mitglieder haben die beiden Banken zusammen. „Wir sind dann der größte Verein im Landkreis“, sagt Anja Kukuck-Peppler (46).

In den Gremien müssen mindesten 75 Prozent einer Fusion zustimmen. Spätestens ab dem 16. September, wenn die technischen Voraussetzungen geschaffen sind, geht die neue Bank an den Markt.

Gründe für die Fusion

Anhaltend niedrige Zinsen haben auch bei den heimischen VR-Banken die Erträge wegbrechen lassen. Seit 2010 sind sie jährlich um zwei bis zweieinhalb Prozent gesunken. Und ein Ende sei noch nicht abzusehen, so die Bankvorstände.

Gleichzeitig seien aber die Anforderungen bei den Kontrollmechanismen für Banken (Regulatorik) deutlich angewachsen. Beispiele: Bei Verbraucherkrediten ab 25.000 Euro müssen 40 Merkmale an die Europäische Zentralbank gemeldet werden.

„Wir müssen bei Immobilienkrediten sogar dokumentieren, ob die Nachwuchsplanung abgeschlossen ist“, sagt Stefan Kördel (52). Um alle Aspekte der Regulatorik erfüllen zu können, sei viel Spezialwissen nötig. Darauf könne sich eine größere Bank viel besser einstellen.

Was ändert sich?

Die Mitgliederschaft wird künftig von 75 Vertretern repräsentiert. Sie werden in Mitgliederversammlungen gewählt. Die Kontonummern werden sich zum Teil ändern. Genau steht das erst nach der technischen Fusion fest. Die Kunden der VR-Bank Chattengau werden sich auf jeden Fall an eine neue Bankleitzahl gewöhnen müssen.

Was bleibt wie es ist?

Die 16 Geschäftsstellen der beiden Banken sollen erhalten bleiben. Die VR-Partnerbank wird 217 Mitarbeiter haben, so viele wie die beiden Institute bisher auch, erklärte Thomas Völker (55): „Wenn Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, werden wir aber überlegen, ob die Stelle neu besetzt werden sollte.“

Fritzlar erst umgebaut

Die Hauptgeschäftsbereiche werden gleichwertig an den Standorten Homberg, Melsungen und Gudensberg vertreten sein, erläuterte Kai Mardorf (42). Auch für den Standort Fritzlar soll sich nichts ändern. Dort war die Bank erst 2016 nach einem neuen „Wohlfühl- und Dialogkonzept“ ausgebaut worden. Der Standort sei ausgelastet.

Es wird eine neue Abteilung geben, die sich um Innovationen kümmern soll. Kördel: „Wir wollen nicht immer nur reagieren, sondern agieren.“

Dritter Partner

Eigentlich sollte bei der Fusion ein dritter Partner im Boot sein, die Raiffeisenbank Borken. Dort hatte man sich aber kürzlich zurückgezogen, weil es „unterschiedliche Vorstellungen über die Geschwindigkeit des Verschmelzungsprozesses“ gegeben hatte.

Die künftige Bank in Zahlen

Diese Zahlen stehen für die künftige „VR-Partnerbank“, ermittelt für das Jahr 2016: 

• Bilanzsumme: 1,14 Milliarden Euro

• Kundenvolumen (Kredite und Einlagen): 2,17 Milliarden Euro

• Mitglieder: 30.757 

• Kunden: 65.044 

• Mitarbeiter: 217 

• Geschäftsstellen: 16

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