Neuer Landrat Winfried Becker: Fokus auf Ausbau der Infrastruktur

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Neuer Landrat im Schwalm-Eder-Kreis: Winfried Becker in der Melsunger Kulturfabrik mit von links der Kreisbeigeordneten Adele Hafermas-Fey, die die Ernennungsurkunde überreichte, Ehefrau Iris, Sohn Tom Lars und dem Vorsitzenden des Kreistags Michael Kreutzmann.

Schwalm-Eder. Winfried Becker ist neuer Landrat. In der Sitzung des Kreistags in Melsungen überreichte Kreisbeigeordnete Adele Hafermas-Fey die Ernennungsurkunde.

Nach eineinhalbjähriger Vakanz ist Becker für die kommenden sechs Jahre als Landrat im Schwalm-Eder-Kreis gewählt.

Die Nachfolge für sein Amt als Erster Kreisbeigeordneter ist weiterhin unklar. Der Antrag der FDP-Kreistagsfraktion zur Ausschreibung der Stelle des Ersten Kreisbeigeordneten (EKB) wurde in den Ältestenrat verwiesen.

„Die Belastung geht an die Grenzen eines Menschen.“ 

Gratulant Jörg Müller übte an dieser Entscheidung harsche Kritik: „Die Verweisung war falsch“, sagte Knüllwalds Bürgermeister Jörg Müller, der für den hessischen Städte- und Gemeindebund sprach. Man habe gesehen, wie belastend die Doppelfunktion sei. Auch wenn Winfried Becker dem Druck standgehalten habe, die Verweisung bedeute, dass in dieser Legislaturperiode sicher kein EKB mehr gewählt werde.

„Auch nach der Kommunalwahl (6. März 2016) wird es sicher einige Monate dauern, bis der neue Erste Kreisbeigeordnete gewählt werden kann“, sagte Müller. Die Belastung werde an die Grenzen eines Menschen gehen. Er sei sich aber sicher, dass Winfried Becker dies aufgrund seiner Erfahrung schaffen könne. „Wir brauchen einen starken Landrat und den haben wir.“ Er kündigte den Schulterschluss der Bürgermeister im Landkreis an, die finanziellen Voraussetzungen zu schaffen, damit die Menschen gut im Landkreis leben können.

Becker versprach, an die mahnenden Worte zu denken. Er lobte das gute politische Klima im Landkreis - zuvor hatten alle Kreistags- und Ausschussmitglieder sowie viele Gäste in der Kulturfabrik gratuliert - und dankte speziell dem bei der Wahl unterlegenen Mark Weinmeister. Auch erinnerte Becker an den traurigen Grund der vorgezogenen Wahl: den zu frühen Tod von Frank-Martin Neupärtl.

Die erfolgreiche Politik der vergangenen Jahre wolle er fortführen. Insbesondere liege der Fokus auf dem Ausbau der Infrastruktur. An erster Stelle stehe die Autobahn. „Ich möchte die Grünen nicht erschrecken“, sagte Becker. „Ich meine die Datenautobahn“, schob er nach. Aber direkt danach komme die Autobahn 49. Seit 30 Jahren lebe er nun schon im Schwalm-Eder-Kreis - viel sei in dieser Zeit nicht mit der A 49 passiert.

Im Landkreis gelte die zweitniedrigste Kreisumlage der 21 hessischen Kreise. Sollten die Zahlen in den kommenden Jahren weiterhin so gut sein, stellte Becker eine weitere Entlastung der Städte und Gemeinden in Aussicht. Die finanzielle Ausstattung der Kommunen und des Kreises liege ihm sehr am Herzen. „Leider liegt das nicht in unserer Macht“, sagte er in Richtung Landesregierung.

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