Bis März will das Land die Organisation der Notunterkünfte übernehmen

Schwalm-Eder. Bislang sind die Notunterkünfte für Flüchtlinge in Fritzlar und Ziegenhain unter der Regie des Schwalm-Eder-Kreises.

Das wird sich nun bald ändern, denn das Land Hessen hat jetzt angekündigt, die Notunterkünfte bis Anfang März zu übernehmen.

„Für die Einrichtungen ändert sich demnach in der Außenwirkung nichts“, erklärt Michael Schneider, Büroleiter der Kreisverwaltung im HNA-Gespräch. Lediglich der Landkreis - die Untere Katastrophenschutzbehörde - könne die Verantwortung dafür zurück an das Land übertragen. Spürbar für die Menschen würde sich nur dann etwas ändern, wenn die Schlafplätze beziehungsweise Unterkünfte im ehemaligen Proviantamt in Fritzlar und im Chinapark in Ziegenhain nicht mehr benötigt würden. Doch davon sei derzeit nicht auszugehen, so Schneider weiter.

Die Übernahme durch das Land sei eine unmittelbare organisatorische wie auch finanzielle Entlastung der Kommungen, teilt das Land mit.

Größere Auswirkungen hat die Mitteilung von Sozialminister Stefan Grüttner und Innenminister Peter Beuth (beide CDU) für die Kommunen, die Asylsuchende in Turn- und Sporthallen untergebracht werden. Diese sollen in Kürze für die Nutzung durch Schulen und Sportvereine zur Verfügung stehen, heißt es. Im Schwalm-Eder-Kreis leben keine Flüchtlinge in Turn- und Sporthallen.

Möglich sei das durch Anstrengungen des Landes sowie dem Engagement der Verantwortlichen in den Kommunen: Man könne eine Vielzahl neuer Einrichtungen schaffen, beziehungsweise bestehende Einrichtungen erweitern und so die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze deutlich steigen, heißt es in der Erklärung der beiden Minister. (may)

Hintergrund: 80 000 Flüchtlinge stellten Asylantrag

Im gesamten Jahr 2015 stellten rund 80 000 Flüchtlinge einen Asylantrag in Hessen. Nur wenn die Zahlen kurzfristig wieder anstiegen, müsse das Land erneut an die Kommunen herantreten. In nächster Zeit sei aber anders als angenommen, keine Einsatzbefehl zur Einrichtung von Notunterkünften mehr zu erwarten, sagt Michael Schneider vom Landkreis. Das Land Hessen unterhält derzeit an 37 Standorten Erstaufnahmeeinrichtungen, in denen aktuell über 15 500 Flüchtlinge untergebracht sind.

Notunterkünfte wurden in 18 Kreisen und kreisfreien Städten errichtet, in denen zurzeit über 7 800 Flüchtlinge vorübergehende Unterkunft gefunden haben. (red)

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