Parteien in Schwalm-Eder: Kreisverbände ringen um Nachwuchs

Schwalm-Eder. Immer weniger junge Menschen wollen sich in Parteien engagieren. Das bekommen zum Teil auch die Verbände im Schwalm-Eder-Kreis zu spüren.

Für sie wird es zunehmend schwerer, Nachwuchs zu finden. Deshalb versuchen sie verstärkt, junge Neumitglieder für die Parteiarbeit zu begeistern.

„Wir haben im SPD-Kreisverband insgesamt 4300 Mitglieder, davon sind 264 Mitglieder unter 30 Jahre“, sagte Bundestagsmitglied Dr. Edgar Franke, ein Anteil von 6,1 Prozent. „Die SPD im Kreis wolle jünger werden, so Franke. Um das zu erreichen, habe die SPD bei der Aufstellung der Kandidaten zur Kreistagswahl diesmal vermehrt auf junge Mitglieder gesetzt.

Weniger Probleme, Nachwuchs zu finden, sieht die CDU. „Wir haben eine gut aufgestellte Junge Union, in der sich über 300 Mitglieder engagieren“, sagt Kreisgeschäftsführer Michael Schär. Das liege daran, dass die CDU früh angefangen habe, auf Soziale Medien zu setzen.

Bei der FDP liegt der Mitgliederanteil unter 30 Jahren bei unter 10 Prozent, teilte die stellvertretende Kreisvorsitzende Wiebke Reich mit. Deshalb investiere die FDP viel Zeit bei Facebook, um mehr junge Menschen zu erreichen. 11 Mitglieder unter 30 Jahren zählen die Grünen im Kreisverband. Laut Kreisgeschäftsführer Holger Braun habe man das Programm für die Kommunalwahl von den Mitgliedern gestalten lassen, da junge Menschen mehr direkte Beteiligung wünschten.

Jochen Böhme-Gingold, Kreisvorsitzender der Linken, beklagt, dass die Parteistrukturen unattraktiv seien: „Junge Menschens setzen sich lieber für einzelne Themen ein.“

Helmut Mutschler, Kreisvorsitzender der Freien Wähler, sieht die finanzielle Unterversorgung der Kommunen als Grund, warum junge Menschen der Kommunalpolitik fern bleiben: „Dadurch gibt es kaum Gestaltungsmöglichkeiten.“

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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