Hooligans verlinken sich über Facebook

Schwalm-Eder: Rechte Szene schwächer, aber nicht verschwunden

Schwalm-Eder. Hooligans und Rechte gegen Salafisten sorgen für Schlagzeilen. Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es einzelne Fußballfans, die als problematisch angesehen werden, jedoch keine feste Szene.

Das gab das Hessische Innenministerium bekannt. Dass diese Personen zu den Hooligans gehören, könne nicht bestätigt werden. Für Anhänger von Vereinen außerhalb Hessens gibt es keine Angaben.

Wer sich in den sozialen Netzwerken umschaut, findet bei Facebook eine Seite, auf der sich nordhessische Hooligans verlinkt haben, darunter auch Mitglieder aus dem Landkreis. Ein massives Problem mit Rechten hatte es nach 2008 gegeben, als Mitglieder der „Freien Kräfte“ ein Zeltlager in Neuental überfallen und zwei Jugendliche zum Teil schwer verletzt hatten. Die Zahl politisch motivierter Straftaten war damals sprunghaft angestiegen, ist inzwischen jedoch deutlich rückläufig. Das ist das Ergebnis einer massiven Polizeiaktion, aber auch eines beispielhaften Bündnisses gegen Gewalt und Rassismus.

Hubertus Hannappel, Leiter der Polizeidirektion im Landkreis, sieht im Moment nicht die Gefahr, dass sich dieser erfreuliche Trend umkehren könnte. Die Kooperation von Hooligans und Rechten werde aber aufmerksam beobachtet.

Nach der Gewalttat von Neuental hatte die Polizei Mitglieder der rechten Szene zwei Jahre beobachtet und sogar bei Freizeitaktivitäten begleitet. Der Landkreis hatte die Initiative „Gewalt geht nicht" gegründet, der sich Schulen, Polizei, Jugendpflegen, Vereine und Verbände angeschlossen haben. In einer Stabsstelle koordieniert Stephan Bürger diese Arbeit, die vom Kreis finanziert und vom Bund gefördert wird. Auf diese Strukturen könne man schnell zurückgreifen, wenn die rechte Szene wieder aufkeimen sollte, so Bürger.

Hintergrund: Deutlich weniger politische Delikte 

Die Zahl politisch motivierter Straftaten ist im Landkreis stark zurückgegangen. Die Polizeidirektion registrierte 115 Delikte für 2009, 2013 waren es 43 - fast ausschließlich im rechten Spektrum. Für 2014 liegen noch keine Zahlen vor. Die Initiative „Gewalt geht nicht“ gibt es seit 2008, jährlich gefördert mit 25.000 Euro durch den Landkreis. Es gab 379 Veranstaltungen und Projekte. Aus einem Bundesprogramm hat der Landkreis 330.000 Euro für Einzelprojekte (69) erhalten, mit denen Toleranz gefördert werden. soll.

Kontakt: „Gewalt geht nicht“, Stephan Bürger, Tel. 05681/775-590, stephan.buerger@schwalm-eder-kreis.de,

www.gewalt-geht-nicht.de 

Von Heinz Rohde

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.