Besser sind Sand und Splitt

Im Kampf gegen Glatteis: Salz sollte Ausnahme sein

Eis und Schnee müssen weg von den Gehwegen: Neben der Schaufel kommen auch Streumittel zum Einsatz, wie hier in Kassel. Salz sollte jedoch nur in seltenen Fällen gestreut werden. Foto: Archiv

Schwalm-Eder. Zu kaufen gibt es Streusalz spätestens seit Beginn der kalten Jahreszeit in fast jedem Bau- und Supermarkt.

Wegen der Folgen für die Umwelt ist der Einsatz des Taumittels aber umstritten und in einigen Kommunen sogar per Satzung verboten.

In und um Kassel dürfen Haus- und Grundstücksbesitzer Streusalz gar nicht einsetzen, um öffentliche Wege pflichtgemäß schnee- und eisfrei zu halten. Im Gegenteil: Wer Salz streut, muss mit Bußgeldern von bis zu 500 Euro rechnen.

Im Kreisteil Fritzlar-Homberg wird dies nicht so strikt gehandhabt, wie eine Umfrage bei Städten und Gemeinden ergab.

In Gudensberg beispielsweise darf Streusalz laut Satzung nur bei starkem Frost und Eisglätte eingesetzt werden, erklärte Bürgermeister Frank Börner gegenüber der HNA. Bei Witterungsverhältnissen, wie sie Anfang der Woche herrschten, sollte man besser auf Granulat zurückgreifen, um die Umwelt zu schonen.

Bei starkem Streusalz-Gebrauch sehe man den Bäumen schon an, dass sie leiden, meinte Börner. Allerdings: Kontrollen gebe es nicht. Ähnlich äußert sich auch Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat. „Wir empfehlen Sand und Splitt. Erlaubt ist Streusalz in geringen Mengen nur bei Eis und Schnee.“

Man solle außerdem darauf achten, dass das Salz keine Schwefelverbindungen enthalte und dass ein Mindestabstand von einem Meter zu Grünflächen, Baumscheiben und anderen Bepflanzungen eingehalten werde. Aber auch in Fritzlar werde nicht überprüft, ob die Vorgaben eingehalten werden, sagte der Bürgermeister.

In Knüllwald gibt es keine Einschränkungen, was die Verwundung von Streusalz angeht. „Das ist zulässig“, erklärte der Erste Beigeordnete Johannes Brehm gegenüber der HNA.

Der Widerspruch, dass im Einzelhandel Streusalz angeboten wird, obwohl es nicht verwendet werden dürfe, war kürzlich Thema in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung gewesen. Etwaige Auflagen für Einzelhändler seien nicht zielführend, sagte Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD). Schließlich sei Kassel Oberzentrum, wo auch Kunden aus Orten einkaufen, in denen womöglich Streusalz nicht verboten sei.

Viele dieser Orte es eigentlich nicht geben. Im hessischen Straßengesetz werden Gemeinden gewissermaßen aufgefordert, derlei Verbote in Satzungen zu erlassen.

Von Heinz Rohde

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