Kreistag verabschiedet Resolution

Es geht um die Ahle Wurst: Schwalm-Eder-Kreis macht sich für neues Schlachthaus stark

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Die Ahle Wurst ist wichtig: Deshalb will der Kreistag nun den Bau eines neuen Schlachthauses unterstützen.

Der Schwalm-Eder-Kreis macht sich mit einer Resolution für den Neubau einer Schlachtstätte für die Region stark.

Wenn es um die Ahle Wurst geht, dann ist man sich selbst im sonst sehr diskutierfreudigen Kreistag des Schwalm-Eder-Kreises mehrheitlich einig: Mit einer Resolution macht sich der Kreistag für die Wiederherstellung beziehungsweise den Neubau einer Schlachtstätte für die Region Bad Wildungen/Fritzlar stark.

Hintergrund: Nach der Schließung des Kasseler Schlachthofes und der Stilllegung des Schlachthofes in Bad Wildungen sei keine regionale Schlachtung mehr möglich, sagte Hartmut Spogat (CDU) bei der Sitzung am Montagmorgen im Borkener Bürgerhaus. Die Resolution, die die CDU auf den Weg gebracht hat, solle deutlich machen, wie wichtig es ist, dass der Betrieb in Bad Wildungen weitergeht. „Die Transportwege sind kürzer, die Tiere haben dadurch weniger Stress und es kommt gute Qualität auf den Tisch“, erläuterte Spogat. Man setze sich im Kreistag für die Ahle Wurst ein, betonte er.

Ahle Wurst ein unverzichtbares Kulturgut

Das bekräftigte auch Frank Börner (SPD) – ganz praktisch: Er zückte eine Stracke unter seinem Sakko hervor. „Die Ahle Wurst ist der Werbeträger Nummer eins für Nordhessen“, so Börner. Es sei im Interesse der Landwirte der Region, wenn der Schlachthof in Bad Wildungen erhalten bleibe. Es gebe zudem zwei Investoren aus Fritzlar, die bereits Gespräche führten, so Börner. Die Ahle Wurst sei ein unverzichtbares Kulturgut, fügte er an – und steckte die Stracke zum hörbaren Bedauern vieler Kreistagsmitglieder wieder ein.

Was den Erfolg einer solchen Resolution angeht, zeigte sich Lothar Kothe (FWG) mit Blick auf die Bemühungen um den Schlachthof in Kassel skeptisch. Der Betrieb dort hatte 2017 Insolvenz angemeldet und wurde geschlossen. Kothe gab auch zu bedenken, dass es mit dem Fleischgroßhandel Helwig in Schwalmstadt sehr wohl eine große Schlachtstätte im Schwalm-Eder-Kreis gebe. Er warnte auch deshalb davor, dass der Kreis sich mit Geld an einer Schlachtstätte im Nachbarkreis beteiligen könnte. „Es braucht keine Resolution, wenn es hier private Anbieter gibt.“

Wiebke Knell (FDP) fragte, ob angesichts der steigenden Schlachtzahlen ein Betrieb ausreiche. Und: Sie betonte, es sei gut, wenn es noch einen weiteren Schlachtbetrieb gebe. Man müsse schnell zu einer Lösung kommen, „das ist in unser aller Interesse“, betonte Hermann Häusling (Grüne).

Mehrheitlich – zwei Gegenstimmen – wurde die Resolution zur Unterstützung der Schlachtstätte in Bad Wildungen verabschiedet.

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