325 Kinder wachsen nicht bei Eltern auf

Schwalm-Eder-Kreis sucht Pflegefamilien

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Symbolbild

Etwa 325 Kinder können im Landkreis nicht bei ihren leiblichen Eltern wohnen – ihnen gegenüber stehen etwa 114 Pflegefamilien.

Familien, die Kinder aus schwierigen Lebensverhältnissen aufnehmen, sie unterstützen und ihnen ein neues Zuhause geben, werden im Schwalm-Eder-Kreis händeringend gesucht.

Etwa 325 Kinder können im Landkreis nicht bei ihren leiblichen Eltern wohnen – ihnen gegenüber stehen etwa 114 Pflegefamilien. Besonders gesucht werden Familien, in denen eine medizinische Grundausbildung vorhanden ist.

Bisher wurden Familien, die geistig und körperlich behinderte Kinder aufgenommen haben, vom Landeswohlfahrtsverband betreut, vom Jahr 2020 an muss das der Landkreis übernehmen, sagt Marion Mai, stellvertretende Fachbereichsleiterin Jugend und Familie beim Schwalm-Eder-Kreis. Der Grund: das Bundesteilhabegesetz. „Wir müssen uns jetzt neu aufstellen.“

Kirsten Pfaff-Rohde, Pflegekinderdienst

Doch nicht nur deshalb ist der Landkreis auf der Suche nach Pflegefamilien. Habe es noch vor fünf Jahren einen „Riesenanstieg an Pflegestellen“ gegeben, sagt Kirsten Pfaff-Rohde vom Pflegekinderdienst, seien die Zahlen inzwischen rückläufig. „Die Menschen überlegen sich das sehr gut“, sagt sie. Häufig könnten es sich Paare schlicht nicht leisten, in eine größere Wohnung umzuziehen, um dort einem Kind ein Zuhause zu geben.

170 Kinder sind dauerhaft in Pflegefamilien

Durchschnittlich werden im Kreis im Jahr 170 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien betreut – Kinder, die in Kurzzeitpflege untergebracht sind, fallen nicht in die Statistik. So gibt es laut Pfaff-Rohde derzeit 170 Kinder, die dauerhaft bei Pflegefamilien untergebracht sind. 

Im Jahr 2018 kamen 110 Jugendliche in einer Bereitschaftspflege und 45 Kinder in Kurzzeitpflege hinzu. Beide Formen haben das Ziel, Kinder in Not über einen kurzen Zeitraum zu versorgen. Allerdings gibt es nur etwa 90 Familien, die Kinder und Jugendliche in der Langzeitpflege betreuen. 

Im Jahr 2019 gab es zusätzlich 11 Bereitschaftspflegefamilien mit 28 Plätzen und 13 Kurzzeitpflegefamilien mit 18 Plätzen, berichtet Pfaff-Rohde. „Wir suchen händeringend. Denn natürlich ist es uns viel lieber, wir können Kinder in einem Familienverbund unterbringen“, sagt Mai.

Kontakte zum Pflegekinderdienst

Familien, die sich beim Landkreis als Pflegefamilien bewerben, durchlaufen ein Bewerbungsverfahren. Es reicht vom Erstgespräch und mehreren Hausbesuchen bis hin zu Seminaren und Schulungen im pädagogischen und rechtlichen Bereich. Ansprechpartnerin für Interessierte ist im Fachbereich Jugend und Familie des Schwalm-Eder-Kreises Kirsten Pfaff-Rohde, Tel. 0 56 81/775 568, E-Mail: kirsten.pfaff-rohde@schwalm-eder-kreis.de

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