Auf 621 Hektar

Landwirte und Imker im Schwalm-Eder-Kreis legen Blühflächen an

+
Immer mehr Blühstreifen für Bienen und Insekten: In Obermöllrich zogen von links Jürgen Kaufmann, Norbert Klapp, Stefan Strube, Rüdiger Küllmar und Gero Ritte-Mander eine Bilanz der Kampagne.

Bei der Anlage von Blühflächen liegt der Schwalm-Eder-Kreis hessenweit klar vorne und hat sogar mehr geschaffen, als gefordert. 

621 Hektar der landwirtschaftlich genutzten Flächen sind inzwischen als Blühflächen ausgewiesen und bieten Bienen und anderen Insekten Nahrung. Die Fläche entspricht etwa 887 Fußballfeldern,

Beim Ortstermin mit Regionalbauernverband und Kreisimkerverein Fritzlar-Homberg in Obermöllrich wies Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann darauf hin, dass damit knapp 2,5 Prozent mehr als gefordert in Blühflächen verwandelt wurden.

Der Anbau von Blühstreifen gehört zu der vor zwei Jahren gestarteten Kampagne „Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen – Landwirte und Imker sind Partner“, einer gemeinsamen Initiative des Hessischen Landwirtschaftsministeriums, des Landesverbandes Hessischer Imker und des Hessischen Bauernverbandes.

Auch Vögel profitieren

Vertreter von Landwirten, Imkern und des Kreises trafen sich bei Landwirt Gero Ritte-Mander. Auf etwa acht Hektar (80.000 qm) seiner Betriebsfläche hat er mehrere Blühstreifen eingerichtet, um Bienen und Insekten auch in der blütenarmen Zeit eine Nahrungsquelle zu bieten. Davon profitieren auch Vögel und Wildtiere wie Rehe und Feldhasen, denn die Blühflächen sind auch Brut- und Deckungsräume.

Der Landwirt stellte eine nördlich der Eder angelegte 4000 Quadratmeter große Fläche vor, auf der im März das vom Regionalbauernverband zur Verfügung gestellte Saatgut ausgebracht wurde. Dort gibt es zurzeit eine bunte Wiese, die ein wahres Schlaraffenland für unzählige Insekten darstellt.

Norbert Klapp, Vorsitzender des Regionalbauernverband Kurhessen, betonte, dass die Landwirte bisher Nahrungsmittel produzierten, jetzt aber ihr Augenmerk immer mehr auf andere Aufgabenbereiche richteten, die für den Erhalt der Umwelt notwendig seien. Imker Rüdiger Küllmar wertete das als positives Signal für die im Wortsinne „fruchtbare“ Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Imkern.  

Biene ist das drittwichtigste Nutztier

Wegen ihrer hochgeschätzten Bestäubungsdienste gilt die Honigbiene nach Rind und Schwein als das drittwichtigste Nutztier der Landwirtschaft. Wie Stefan Strube vom Regionalbauernverband außerdem sagte, schätzen Wissenschaftler den ökonomischen Wert der Bestäubung von Nutzpflanzen in Deutschland auf 2,5 Milliarden Euro. Zusätzlich zur laufenden Kampagne legten deshalb Landwirte seit vielen Jahren bereits Blühflächen an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.