Ihr Herz schlägt für die Nächstenliebe

Nach 19 Dienstjahren: Diakoniepfarrerin Margret Artzt geht in Sabbatjahr

Freut sich auf mehr Zeit für Familie, Garten und das Reisen: Margret Artzt geht in den Ruhestand.
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Freut sich auf mehr Zeit für Familie, Garten und das Reisen: Margret Artzt geht in den Ruhestand.

Wenn Diakonie-Pfarrerin Margret Artzt nächste Woche Freitag ihr Büro in Homberg verlässt, dann ist es ihr letzter Arbeitstag. Sie geht in ein Sabbatjahr und dann in den Ruhestand. 

Ein Abschied mit gemischten Gefühlen. „Eine Mischung aus Wehmut, aber auch Offenheit und Freude darauf, was dann kommt”, sagt die Seelsorgerin, die in Spangenberg-Schnellrode lebt. Nach 19 Dienstjahren als Diakoniepfarrerin im Diakonischen Werk des Evangelischen Kirchenkreises Schwalm-Eder geht Artzt in eine sogenannte Freistellung – ein Sabbatjahr.

Für andere Menschen da zu sein, ihnen zu helfen – das war für Margret Artzt eine Herzensangelegenheit. Dekan Norbert Mecke, Vorsitzender des Diakonischen Werkes Schwalm-Eder, formuliert es so: „Mit Margret Artzt verlässt eine Pfarrerin das Werk, deren Herz ganz für tätige und umsichtige Nächstenliebe schlägt.”

Das Diakonische Werk bietet fachliche Beratungsangebote in vielen Lebenslagen von der Paar- und Konfliktberatung über die Familiengesundheit und Müttergenesung bis zur Flüchtlingsberatung. Es unterhält die im gesamten Landkreis tätige Wohnungsnotfallhilfe, die ihre Anlaufstelle in Fritzlar hat, begleitet die Arbeit der Kleider- und Möbelläden und Tafeln. Ferner werden die Koordination ambulanter Hospizarbeit sowie die Vernetzung der diakonischen Angebote der rund 100 Kirchengemeinden sowie der diakonischen Einrichtungen angeboten.

Seit 2005 hat Margret Artzt den Aufbau und die Arbeit der Tafeln unter dem Dach des Diakonischen Werkes in Fritzlar, Homberg, Melsungen und Ziegenhain begleitet. 280 Ehrenamtliche unterstützen die Tafeln. „Die Arbeit der Tafeln ist sehr wichtig, ”, sagt die Diakoniepfarrerin. Allerdings würde nur ein kleiner Teil der bedürftigen Menschen erreicht.

Im Schwalm-Eder-Kreis gebe es schätzungsweise 25 000 Menschen, die auch über so geringe Einkünfte verfügen wie die, die zur Tafel kommen. „Es geht um Barmherzigkeit und soziale Gerechtigkeit”, sagt Artzt. Und: „Das Thema Armut und Reichtum verschärft sich immer mehr. Es ist genug für alle da, aber es ist ungleich verteilt.”

Sich für andere einzusetzen, die am Rande stehen – so hat Margret Artzt ihre Aufgabe stets verstanden. Und sie war immer zufrieden, wenn es Menschen, die sie beraten hat, nach einer Krise besser ging. Wichtig waren ihr auch die gute Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden, Kirchenkreis, Kreissynode und den diakonischen Einrichtungen, die Vernetzung mit anderen diakonischen Anbietern, mit anderen Einrichtungen der Liga der freien Wohlfahrtspflege, der Städte und Gemeinden. Engagiert hat sie sich in der Arbeit mit Aus- und Übersiedlern, bei Sprachkursen, Wochenendfreizeiten und bis zuletzt im Netzwerk für Integration. Über den Schwalm-Eder-Kreis hinaus hat sie sich in Arbeitsgruppen der Landeskirche und im Aufsichtsrat der Diakonie Hessen engagiert. Und sie hat diakonische Themen im Hörfunk platziert.

Für die Evangelische Kirchengemeinde Felsberg und Böddiger hatte Artzt seit 2005 einen sogenannten Predigtauftrag. Jedes Jahr hielt sie in beiden Kirchen jeweils fünf Gottesdienste.

Margret Artzt freut sich, nun mehr Zeit zu haben für die Familie, den Garten und Reisen. Nachfolgerin im Diakoniepfarramt wird Pfarrerin Petra Schwermann, die bisherige Pressesprecherin der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck war.

In Waldeck Frankenberg geboren

Margret Artzt ist in Sachsenberg im Kreis Waldeck-Frankenberg geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur in Frankenberg studierte sie in Marburg und Hamburg Evangelische Theologie. Nach dem Vikariat in Bad Wildungen war sie von 1988 bis 2001 Gemeindepfarrerin in Spangenberg und Schnellrode, bevor sie Diakoniepfarrerin – anfangs Pfarrerin für Diakonie und Aussiedlerseelsorge der Kirchenkreise Fritzlar, Homberg, Melsungen und Ziegenhain. Artzt ist verheiratet und lebt in Schnellrode.

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