Bei Regelverstoß droht ein Bußgeld

Schwere Unfälle von Radfahrern: Polizei warnt vor Gefahren

Unverzichtbar: Ohne Helm sollte man sich nicht aufs Rad setzen. Viele schwere Verletzungen bei Unfällen könnten gemildert werden, wenn sich die Radfahrer schützen würden. Foto: dpa

Radfahren ist das reinste Vergnügen - zumindest, wenn man sich an die Regeln hält. Die Polizei im Schwalm-Eder-Kreis stellt aber fest, dass die Menschen immer leichtsinniger werden.

Erst kürzlich kam es zu einem Unfall, bei dem eine Frau schwere Kopfverletzungen erlitt und im Krankenhaus starb. „Kindern wird der Helm noch aufgesetzt, aber die Erwachsenen selbst tragen keinen“, sagt Dirk Daniel, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes im Schwalm-Eder-Kreis.

Der Trend zu E-Bikes und Pedelecs, bei denen die Fahrer durch einen Antrieb unterstützt werden, bereitet der Polizei Sorge. „Manche haben wenig Erfahrung und Routine beim Fahrradfahren und sind dann überfordert mit einer Geschwindigkeit von 20 bis 25 km/h“, sagt Daniel.

Unfallursachen: Die meisten Unfälle, die von Radfahrern verursacht werden, gehen auf zu hohes Tempo zurück, dann folgen Vorfahrtsverletzungen und das falsche Abbiegen von Radwegen auf die Fahrbahn. Leichtsinnig gehen Radfahrer auch mit Alkohol um. 1,6 Promille darf man am Lenker haben - so lange nichts passiert und der Fahrer unauffällig bleibt. Wenn er jedoch beispielsweise die Vorfahrt missachtet oder Schlangenlinien fährt, gilt die 0,3-Promille-Grenze und der Führerschein kann eingezogen werden.

Unfallzahlen: Zwischen 2012 und 2014 gab es 142 Unfälle mit Radfahrern, bei denen sich 44 Menschen schwer und 82 leicht verletzten. Bei zehn Unfällen war Alkohol im Spiel. Die Schäden summierten sich auf 121.000 Euro. Die Dunkeziffer bei Fahrradunfällen sei allerdings hoch, sagt Daniel. Oft werde die Polizei gar nicht gerufen.

Bußgelder (je nach den Umständen unterschiedlich hoch)

• Nicht benutzen des Fahrrad-Schutzstreifens: 15 bis 30 Euro.

• Falsch in eine Einbahnstraße fahren: 20 bis 35 Euro.

• Keine Beleuchtung: 20 bis 30 Euro.

• Handy während der Fahrt benutzen: 25 Euro.

• Kopfhörer während der Fahrt benutzen: 10 Euro.

• Defekte Bremsen 80 bis 120 Euro und ein Punkt.

• Bei Rot über die Kreuzung: 60 bis 120 Euro und ein Punkt.

• Wenn die Ampel schon länger Rot zeigt: 180 Euro und ein Punkt.

Das rät die Polizei zum Thema Radfahren

• Mit einem neuen E-Bike oder Pedelec sollte man sich gut vertraut machen, eventuell einen Kurs belegen.

• Das Bremsverhalten des Fahrrads üben (insbesondere bei E-Bikes oder Pedelecs).

• Helm tragen

• Verkehrsregeln beachten. Sie gelten auch für Fahrradfahrer.

• Nicht nebeneinander fahren.

• Beim Abbiegen rechtzeitig Handzeichen geben und zweimal über die Schulter schauen.

• Keine Musik hören während der Fahrt.

• Keinen Alkohol trinken.

• Die Verkehrssicherheit des Rades überprüfen (Bremsen, Leuchten). Zulässig sind auch Batterie- und Akku-Leuchten.

• Während der Fahrt finger weg vom Handy.

• Möglichst Querungshilfen benutzen. Auf Zebrastreifen müssen Radfahrer schieben.

• Wo Radwege mit Schildern gekennzeichnet sind, müssen sie benutzt werden. Das gilt auch für Rennradfahrer, wenn der Weg geeignet ist.

• Kinder häufiger auf richtiges Verhalten aufmerksam machen und selbst Vorbild sein.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.