Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung nach Deutschland gebracht

Sechseinhalb Jahre Haft für Schleuser aus dem Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Das Landgericht Kassel verurteilte einen 43-Jährigen aus dem Schwalm-Eder-Kreis wegen gewerbsmäßigen Einschleusens in 25 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren.

In diese Strafe einbezogen wurde ein Urteil vom vorigen Jahr: Wegen Körperverletzung und Vergewaltigung sowie schwerer Vergewaltigung mit gefährlicher Körperverletzung war der aus Bosnien-Herzegowina stammende Berufskraftfahrer zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Jetzt kamen 18 Monate hinzu. Der Verurteilte muss 35.500 Euro zurückzahlen, die aus den Schleuserfahrten stammen.

Laut Anklage hatte er zwischen Oktober 2014 und Februar 2015 von Homberg aus 25 Fahrten nach Ungarn und zurück organisiert und Kosovaren nach Deutschland gebracht, die keine Aufenthaltsgenehmigung für die Bundesrepublik hatten. Pro Fahrt hatte er zwischen 1500 und 2400 Euro erhalten. Bei jeder Fahrt hatte er mindestens fünf Menschen transportiert.

Vor der Festnahme am Grenzübergang Passau waren die illegalen Fahrten nicht aufgefallen. Wegen der „laxen Kontrollen” sei man nur durchgewunken worden, sagte Vorsitzender Richter Jürgen Stanoschek in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte gestand, entschuldigte sich und versicherte, nie wieder Straftaten zu begehen.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten sich darauf verständigt, dass bei einem Geständnis die Freiheitsstrafe aus dem Urteil vom Vorjahr um ein Jahr und sechs Monate erhöht werde. „Das ist ein Super-Sonderangebot”, sagte der Richter. In Einzelfällen konnte sich der Beschuldigte nicht mehr erinnern, Verteidiger Bernd Pfläging bezeichnete die Sachverhalte der Anklage aber als zutreffend. Der Angeklagte räumte die Taten ein.

Ehefrau mit Messer bedroht

Inzwischen rechtskräftig ist das Urteil des Landgerichts Kassel vom 13. Juni 2017 wegen Vergewaltigung und Körperverletzung gegen den 43-Jährigen. Nachdem die jetzt 36-jährige Ex-Frau einen neuen Partner kennengelernt und intime Beziehungen zu ihm aufgenommen hatte, war sie nach Überzeugung des Gerichts von dem jetzt wegen Schleusens verurteilten Mann unter Druck gesetzt worden.

 Vor zwei Vergewaltigungen habe der Ex-Mann die Frau und den Freund mit einem Messer bedroht und gesagt, wie es denn wäre, wenn er beide stechen würde. In einem Wald habe er die Frau zum Oralverkehr gezwungen, am nächsten Morgen ihre Kleider zerrissen und sie vergewaltigt. Die Frau habe den Geschlechtsverkehr vorher abgelehnt, dann aber einen Orgasmus vorgetäuscht, sagte der Richter damals.

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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