Kritik: Nichts aus den Tennet-Veranstaltungen gelernt

Südlink-Gegner kritisieren Bürgerdialog vom Bundesministerium

Schwalm-Eder. Der „Bürgerdialog Stromnetz" ist beim Landesverband der Bürgerinitiativen gegen Südlink auf Kritik gestoßen.

Es handelt sich dabei um eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Veranstaltungsreihe.

Man fordere von den Bürgern blindes Vertrauen, dass der Bedarf an den Leitungen eindeutig nachgewiesen sei. Und man setze sich über die Hamelner Erklärung genauso hinweg wie über alle Bemühungen der Bürgerinitiativen, mit den politischen Entscheidungsträgern in Berlin direkt in Kontakt zu treten, erklärte Bernd Herbold (Homberg). Er ist einer der Sprecher des Landesverbandes der Bürgerinitiativen.

Hoffnung im Keim erstickt

Die Veranstaltungen unter der Moderation von Dr. Peter Ahmels (Deutsche Umwelthilfe) sollten die Planungen zu den Trassen beleuchten. Doch schon nach den ersten Veranstaltungen werde deutlich, dass man aus dem bereits gescheiterten Bürgerdialog des Netzbetreibers Tennet nichts gelernt habe. Die Hoffnung, dass auch über den Bedarf von Südlink gesprochen werde, sei im Keim erstickt worden. Es geh nur um das „Wo“ und „Wie“.

Das Ziel, die Menschen vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen und die Zerstörung der regionalen Entwicklungsmöglichkeiten inklusive des Raubbaus an Natur und Umwelt verhindern zu wollen, werde weder von Dr. Ahmels noch von den Vertretern der Bundesnetzagentur und der Firma Tennet beachtet.

Keine Rechtsverbindlichkeit

Im Gegenzug scheue man sich nicht, den Menschen die Option einer Erdverkabelung als Lösung anzupreisen und Mindestabstände zur Bebauung als quasi Selbstverständlichkeit darzustellen, obwohl es in beiden Fällen weder die nötige Rechtsverbindlichkeit noch die gesetzlichen Grundlagen gebe, erklärte Herbold.

Trotz massiver Forderungen der Öffentlichkeit nach einem tragfähigen Energiewendekonzept würden alle technologischen Entwicklungen und Fortschritte kleingeredet. Es gebe keine Antwort auf den Tatbestand, dass erneuerbare Energien ohne Speichermedien nicht zukunftsfähig sein könnten.

Dies sei einer Demokratie nicht würdig und zeige, dass man den Menschen immer mehr Rechte und Mitbestimmungsmöglichkeiten entziehen wolle, erklärte Herbold. Die geplanten Bürgerbüros würden den wachsenden Unmut in der Bevölkerung nicht beschwichtigen. 

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