Nachfolger sind schwer zu finden

Vielen Apotheken im Kreis droht Schließung

Schwalm-Eder. Die Inhaber der Apotheken im Schwalm-Eder-Kreis werden immer älter. Im Schnitt sind sie 51,6 Jahre alt. In den nächsten zehn Jahren werden 17 Apotheker das Rentenalter erreichen. Das geht aus einer nun veröffentlichten Studie des Hessischen Apothekerverbandes (HAV) hervor.

Apotheker Timo Henkel warnt davor, dass die Bewohner auf dem Land plötzlich ohne Apotheke dastehen. Schon jetzt sei es schwierig, Mitarbeiter für den ländlichen Raum zu gewinnen.

„Es zieht die Leute eher nach Kassel“, sagt der 39-Jährige. Henkel ist gebürtiger Homberger. Er sei froh gewesen, als er 2007 die Stern-Apotheke in der Kreisstadt übernehmen konnte.

Für viele Apotheker sei es schwer, einen Nachfolger zu finden. Zum einen werde der Verwaltungsaufwand immer größer. Zum anderen sei die Umsatzgrenze, ab der sich eine Apotheke trägt, gestiegen.

Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es derzeit 45 Apotheken. Damit ist der Landkreis im hessischen Vergleich leicht unterdurchschnittlich versorgt. Auf eine Apotheke kommen 4006 Einwohner.

Die Apothekendichte aller hessischen Landkreise liegt nach Angaben des Apothekerverbandes bei 3947 Einwohnern. Während die Versorgung im Kreis über die vergangenen Jahre stabil geblieben ist, sinkt die Zahl der Apotheken in Hessen kontinuierlich. Allein in den vergangenen fünf Jahren um 86 auf nun 1530 Apotheken.

Die Verteilung der Apotheken im Schwalm-Eder-Kreis ist sehr unterschiedlich. So gibt es in Schwalmstadt sieben Apotheken, in Fritzlar, Homberg und Melsungen jeweils drei und die Einwohner Borkens und Felsbergs können unter zwei Apotheken wählen und in Bad Zwesten gibt es eine Apotheke. In kleinen Orten wie Ottrau und Schwarzenborn ist keine Apotheke angesiedelt.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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