Vorerst keine Biotonnen im Landkreis: Abfallgebühren sollen konstant bleiben

Schwalm-Eder. Eine zusätzliche Biotonne für Küchen- und Speiseabfälle, wie sie seit 1. Januar bundesweit vorgeschrieben ist, wird es im Schwalm-Eder-Kreis vorerst nicht geben.

Sie komme frühestens 2021, wenn der Abnahmevertrag des Landkreises mit dem Müllheizkraftwerk in Kassel endet, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker gegenüber der HNA.

Stattdessen werde es ab Frühjahr 2015 im Schwalm-Eder-Kreis ein Bringsystem geben. In den Rathäusern sollen kostenlose Sammelbeutel für Bioabfall erhältlich sein, die bei den Bauhöfen und bei Sammelstellen für Grünabfall abgegeben werden können. Somit werde die gesetzliche Getrenntsammlung ermöglicht. In Verhandlungen mit dem hessischen Umweltministerium sei diese Lösung erreicht worden, so Becker.

Dabei sei berücksichtigt worden, dass der Landkreis noch bis 2021 einen Vertrag mit dem Müllheizkraftwerk in Kassel hat, wonach mindestens 75 000 Tonnen Hausmüll pro Jahr angeliefert werden müssen.

Würde der Bioabfall (etwa 13 000 Tonnen) separat eingesammelt, könnte der Landkreis diese Mindestmenge für das Heizkraftwerk nicht mehr erbringen, müsste aber dennoch für die vertraglich vereinbarte Menge zahlen. Becker: „Wenn wir eine Biotonne hätten einführen müssen, hätte das zusätzliche Kosten von 3,5 Millionen Euro bedeutet, und wir hätten die Müllgebühren erhöhen müssen.“

Die Fixkosten für die Entsorgung des Abfalls wären hoch gewesen. Egal, welche Mengen an Bioabfall in den Tonnen landen, sie müssten abgefahren werden.

Die Vereinbarung mit dem Land sei eine gute und für die Bürger kostenfreie Lösung. In vielen Haushalten würden Bioabfälle ja auch noch im Garten kompostiert. Becker: „Auf die Dauer kommen wir aber nicht um eine Biotonne herum, auch wegen der gesetzlichen Vorgaben.“

Von Heinz Rohde

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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