Lange Schlangen und ein Mittagessen für die Helfer

Wahlen im Schwalm-Eder-Kreis: Anstehen für die Kreuzchen

Schwalm-Eder. Zehn Stunden lang hatten sie ihre Türen geöffnet, damit die Wähler ihre Kreuze machen konnten: In manchen Wahllokalen des Schwalm-Eder-Kreises standen die Menschen sogar Schlange. Wir haben einige von ihnen besucht.

Frielendorf 

Siebertshausen: Josie Sauerstein, Torsten Rosener, Bernhardt Markus und Heiko Schön mit Wähler Dirk Rietze. Foto: Rehermann

„Das ist ja Wahnsinn“, sagt Karl Köhler und deutet auf den postergroßen Kreistags-Stimmzettel. Der 84-Jährige kann nicht nachvollziehen, warum er dort 71 Stimmen vergeben soll. „Von den Kandidaten kennt man doch nur drei oder vier.“ Einfacher ist für ihn die Bürgermeisterwahl. „Der Thorsten Vaupel ist ein echter Frielendorfer Junge und so alt wie unsere jüngste Tochter. Die haben früher zusammen gespielt.“

Riebelsdorf 

Persönlich geht es auch in Riebelsdorf zu. Mit Namen und einem Lachen begrüßt Wahlhelfer Gerd Bernhardt die Wähler. „Die meisten kenne ich“, sagt der 53-Jährige. „Nur nach der Hausnummer muss ich noch einmal fragen.“ Bis zu einer Viertelstunde dauere es, bis die Wähler ihre Kreuze gemacht haben.

Ostheim 

Vier Wahlzettel für die Wähler im Dorfgemeinschaftshaus: Der Wahlvorstand in Ostheim (von links) Margitta Harbusch, Reiner Lampe, Sebastian Hollstein und Kornelia Rübenkönig. Foto: Schürgels

Als das Wetter am Nachmittag aufklart, wird es wieder voller im Dorfgemeinschaftshaus. Der Parkplatz füllt sich, nicht nur für das Handballspiel nebenan. Schlangen bilden sich kaum, die Entscheidung fällt den meisten gar nicht schwer. „Bei Paaren ist die Frau entscheidungsfreudiger als der Gatte“, sagt Wahlhelfer Reiner Lampe. Innerhalb weniger Minuten ist die Wahlkabine für den nächsten Wähler wieder frei. „Bis zum Mittag haben schon mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten in Ostheim gewählt“, sagt Kornelia Rübenkönig, davon ist jede fünfte Stimme eine Briefwahlstimme.

Fritzlar 

St. Elisabeth-Seniorenstift in Fritzlar: Von links Gerlinde Brandstetter, Hilmar Liese und Franz Geismar. Foto: Yüce

Eines der wohl privilegiertesten Wahlbüros dürfte das im St. Elisabeth-Seniorenstift in Fritzlar sein. Davon sind zumindest die Wahlhelfer Hilmar Liese, Gerlinde Brandstetter und Franz Geismar überzeugt, denn für sie gibt es nicht nur ausreichend Getränke, sondern auch ein Mittagessen. „So gut haben es die anderen nicht“, so Hilmar Liese. Doch kommt das Trio kaum dazu, in Ruhe zu essen, denn die Wahlbeteiligung ist am Sonntagmittag recht gut. „Wir haben keinen Leerlauf“, so Brandstetter.

Die vier Wahlkabinen sind länger belegt, und es bilden sich ab und an Warteschlangen. „Bei manchem könnte man sagen: Mach mal hinne“, sagt Liese, lacht und betont dann, dass es gut sei, dass man so viele Stimmen vergeben könne.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.