Gefahr für Spaziergänger

Wald im Schwalm-Eder-Kreis stirbt großflächig ab

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Die Forstämter im Schwalm-Eder-Kreis schlagen Alarm.

Die Forstämter im Schwalm-Eder-Kreis schlagen Alarm: Neben befallenen Nadelbäumen sterben derzeit auch Laubbäume großflächig ab.

Durch die anhaltende Dürre im vergangenen Jahr sei der Zustand der Wälder „katastrophal“, sagt Petra Westphal, Forstamtsleiterin in Melsungen.

„Die Wasservorräte im Boden haben keine Chance, sich wieder aufzufüllen“, erklärt sie. Über Monate anhaltender Dauerregen sei das Einzige, womit das Problem ansatzweise in den Griff zu bekommen wäre. Doch das war auch in den vergangenen Tagen nur ein Traum.

Westphal warnt vor allem vor den trockenen Ästen, die bereits bei leichtem Wind zu Boden stürzen können. „Das kann für Waldbesucher eine echte Gefahr darstellen.“

Auch Karl-Gerhard Nassauer, Forstamtsleiter in Jesberg, beobachtet die dramatische Lage der absterbenden Fichten und Buchen genau. „Unser Wald wird sich in den nächsten Jahren verändern.“ Bei der Wiederbewaldung durch die Forstämter spielen zunehmend andere Baumarten eine Rolle. „Die Douglasie und die Esskastanie beispielsweise kommen mit dem aktuellen Klima besser zurecht.“

Rund 80 Prozent der Wälder im Schwalm-Eder-Kreis bestehen aber nun mal aus Buchen und Fichten. „Und die brauchen eben Feuchtigkeit“, so Westphal. Besorgniserregend sei vor allem, dass die derzeit sichtbaren braunen Flächen längst nicht das Ende seien. „Viele Bäume sind bereits tot, die gerade noch gesund aussehen“, sagt die Forstamtsleiterin.

Steigende Waldbrandgefahr, Befall durch Käfer und Pilze, gefährliche Bedingungen für Waldbesucher – auch Florian Koch, Neukirchener Forstamtsleiter, spricht von einer dramatischen Situation: „Da kann einem wirklich ganz schwindelig werden.“ Abgesehen von der sachlichen Katastrophe sei sein Team auch emotional betroffen: „Viele Kollegen kümmern sich seit Jahrzehnten um den Wald.“ Alle seien sich einig: So schlimm war es bisher noch nie. 

Beste Bedingungen für den Borkenkäfer

Der Sommer 2018 bot fantastische Bedingungen für den Borkenkäfer: Die lange Hitze und Dürre ließen die Populationen geradezu explodieren. Millionen Käfer fliegen aus und befallen die Nadelbäume, am liebsten die Fichte. 

Auch der ungewöhnlich warme und trockene Winter kam den Beständen zugute. Wo die Schwärme sonst immer nur phasenweise die Bäume befielen, sind sie mittlerweile dauerhaft ein Problem in den Wäldern des Landkreises.

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