Allesfresser vermehren sich unkontrolliert

Waschbären sind eine Plage im Schwalm-Eder-Kreis

Niedliche Tiere und doch eine Gefahr für andere Arten: Waschbären sind in Deutschland weiter auf dem Vormarsch und verdrängen heimische Tiere aus deren Lebensräumen. 
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Niedliche Tiere und doch eine Gefahr für andere Arten: Waschbären sind in Deutschland weiter auf dem Vormarsch und verdrängen heimische Tiere aus deren Lebensräumen. 

Schwalm-Eder. Der Waschbär entwickelt sich immer mehr zu einer Plage und Gefahr für heimische Tierarten im Kreis. 

Dies bestätigt der Landkreis Schwalm-Eder. Da das Tier ein Allesfresser ist und keine natürlichen Feinde hat, vermehrt es sich unkontrolliert, heißt es weiter.

Ralf Apel, stellvertretender Leiter des Forstamtes Neukirchen, bestätigt die Gefahr, die von den Tieren ausgeht. Die Vogelpopulation werde vom Waschbär bedroht, da Vogeleier zu seiner Nahrung zählen, erklärt er. Darunter habe massiv das bereits bedrohte Rebhuhn zu leiden. Auch kleine Säugetiere wie der ebenfalls bedrohte Feldhamster werden vom Waschbären gejagt.

Der Vorsitzende des Kreisjagdvereins Hubertus Fritzlar-Homberg, Johannes Schmidtmann, bestätigt die Gefahren, die von der unkontrollierten Vermehrung des Waschbären ausgehen und sieht die ganzjährige Jagd als einziges, sicheres Mittel zur Bestandsverringerung. In der Jagdsaison 2017/18 wurden 3481 Tiere erlegt. 2016/17 waren es 2361 Waschbären, meldet der Landkreis Schwalm-Eder.

Der Vorsitzende des Kreisjagdvereins kritisiert die von Februar bis August dauernde Schonzeit für Waschbären. Diese verhindere die wirksame Bekämpfung des Problems. Vor der Einführung der Schonzeit Ende 2015 wurden im Jagdjahr 2015/16 immerhin 4203 Waschbären getötet, das zeigt die Statistik.

Zudem wird gemeldet, dass immer mehr Hauseigentümer darüber klagen, dass Waschbären die Isolierung der Häuser anknabbern.

Jedoch, gibt Schmidtmann zu bedenken, dürfen Jäger in Ortschaften nicht auf die Jagd gehen, da diese als „befriedetes Gebiet“ gelten. Dort dürfen nur mit teuren Sondergenehmigungen Tiere erlegt werden.

Eine weitere Gefahr seien Krankheiten, die die Tiere übertragen. Ein Beispiel ist die durch Milben übertragene Räude, die auch auf Haustiere und auf Menschen übergreifen kann.

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