Blut ist gefragt wie nie

Wegen Corona: Blutkonserven sind knapp 

Blutspende in Zeiten von Corona: Daniel Seeger (HNA-Volontär) spendet zum ersten Mal Blut bei der DRK-Blutspende im Bürgerhaus Kaufungen, Leipziger Str. 463 am 08.04.2020.Im Bild: Station Blutentnahme: Daniel Seeger liegt auf dem Entnahmebett, Teamleiter Heiko Weddig setzt die Nadel für die Blutentnahme / Blutspende.Blut spenden, DRK-Blutspendedienste, Versorgung der Krankenhäuser und Kliniken mit Blutpräparaten, Blutspendedienst, DRK Blutspendedienst, Deutsches Rotes Kreuz, Blutspender.Abstand halten, Coronavirus, Corona, Virus, COVID-19, COVID 19, Schutz, gegen Infektion, Sicherheit, Coronazeit, Corona-Zeit, Auswirkungen, Coronakrise, Maßnahmen.Bildmotiv von Pia Malmus. Foto
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Blutspende in Zeiten von Corona (Symbolbild)

Bei den Blutkonserven drohen Engpässe:

Weil sich die Krankenhäuser nach der coronabedingten Pause wieder auf den Regelbetrieb vorbereiten, werden deutlich mehr Blutspenden benötigt. „Blut ist ein Gut, das man nicht lange lagern kann – wir brauchen jetzt, wo die Kliniken wieder Operationen vornehmen, dringend mehr Konserven“, sagt Regina Radloff, Kreisbereitschaftsleiterin im Altkreis Fritzlar-Homberg.

Zurzeit könne das DRK in Hessen nicht einmal den Bedarf eines Tages abdecken, er reiche nur für nur 0,9 Tage. sagt Eberhard Weck vom Blutspendedienst in Frankfurt. „Das ist der niedrigste Stand, den ich in meinem Berufsleben erlebt habe“, bilanziert der DRK-Sprecher. Weil während des Corona-Lockdowns geplante Operationen abgesagt wurden, wurden die Blutspenden reduziert. Nur 60 bis 70 Prozent der sonst üblichen Menge wurden zuletzt vorgehalten, so Rolf Zarberg vom DRK-Bluspendedienst Baden-Württemberg-Hessen. „Ab Juni wollen wir wieder bei 100 Prozent sein.“

Martina WedemeyerBereitschaftsleiterin

Blutspende: Höchste Hygienebedingungen

Das DRK im Schwalm-Eder-Kreis setzt sich für dieses Ziel ein. „Wir bieten bei allen Spendeterminen höchste Hygienebedingungen“, sagt Martina Wedemeyer, Bereitschaftsleiterin im Altkreis Ziegenhain. Die Termine folgen einer effektiven Logistik. Spender buchen verbindliche Termine im Vorfeld im Internet, erhalten und tragen einen medizinischen Mundschutz, werden im Einbahnsystem durch Räume gelotst, in denen die Liegen in großem Abstand stehen, es separate Ein- und Ausgänge gibt und alle Coronaregeln eingehalten werden können. Deshalb finden zurzeit keine Termine in kleinen Gemeinschaftshäusern, sondern nur in großen so genannten Blutspendezentralen statt, so wie kürzlich in der Melsunger Stadthalle. „Wir leben in einer Zeit, die nicht planbar ist, wir müssen uns ständig neu organisieren“, sagt Regina Radloff. Das sei gut gelungen: Spender müssten keine Sorge haben, sich einer Gefahr auszusetzen. „Die Leute fühlen sich gut aufgehoben, weil sie ab dem Eintreffen gut betreut werden.“ Im Gegenzug stehe der Spender in der Verantwortung: „Wer immer sich krank fühlt, sollte nicht kommen: Da setzen wir auf Ehrlichkeit.“ 

Große HNA-Blutspendeaktion im Juli

Die HNA-Blutspendeaktion ist für Montag,13. Juli bis Freitag, 17. Juli, geplant. Um den Schutzmaßnahmen gerecht zu werden, erstreckt sich die Aktion auf fünf Tage; pro Tag sind maximal 400 Spenden möglich. Seit Beginn der Aktion vor fast 20 Jahren kamen mehr als 55 000 Blutspenden zusammen. Hessens Sozialminister Kai Klose würdigt jeden einzelnen Spender: Blut rette Leben, sei wichtig, um Kranken und Unfallopfern zu helfen. Auch in der Krise.

Bereits zwei Wochen vor den Sommerferien dürfenSchüler in der Region Homberg in festen Gruppen ohne Corona-Abstandsregeln in der Klasse sitzen.

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