Meditation im Mittelpunkt

Wenn Essen nur Mittel zum Zweck ist: So ernähren sich buddhistische Mönche

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Essen ist für sie kein Vergnügen: Damit die buddhistischen Mönche und Nonnen sich ganz ihrer Meditation widmen können, dürfen sie einmal pro Woche in einem Thai-Restaurant zu Mittag essen.

Für buddhistische Mönche und Nonnen ist Essen nur Mittel zum Zweck. Ihre Bestimmung ist es, zu meditieren. Dem steht ein voller Bauch nur im Weg.

„Für Mönche und Nonnen gibt es kein Abendessen“, sagt Thitiwat Plangkamon. Er ist der Vorsitzende des Buddhistischen Vereins Bhudda Dhamma Bhom Wimutti in Bad Zwesten. Ihre Bestimmung sei es zu meditieren, ein voller Bauch löse abends Müdigkeit aus und stehe dem im Wege.

„In Thailand leben Mönche und Nonnen von Almosen“, sagt er. In Deutschland sei das schwierig, deshalb lädt er die Männer und Frauen jeden Donnerstag in sein Thai-Restaurant in Bad Wildungen ein. Zum Frühstück gibt es bei den Mönchen und Nonnen meist Suppe: Wan-Tan-Suppe, Reissuppe oder Nudelsuppe. Das Mittagessen ist die wichtigste Mahlzeit.

Derweil haben alle an den Tischen im Restaurant Platz genommen. Die Gerichte werden aufgetragen. Vorspeise, Hauptgang und Dessert – alles steht gleichzeitig auf dem Tisch. Alle Speisen werden geteilt. „Das ist meins, das gibt es nicht“, sagt Plagkamon, der sich auskennt, schließlich war er selbst sechs Monate lang Mönch. „Für die Mönche und Nonnen ist essen kein Vergnügen, sondern dazu da, am Leben und gesund zu bleiben.“ Wichtig sind für sie Achtsamkeit, Weisheit, innerer Frieden und Barmherzigkeit. Der Weg dorthin führt über Meditation.

Essen dient nur dem Erhalt des Körpers: Die buddhistischen Mönche bei der Mahlzeit.

Von den gespendeten Lebensmitteln lassen die Mönche und Nonnen auch immer etwas übrig, um es mit dem Spender zu teilen. Bevor sie anfangen zu essen, beten die Mönche und Nonnen, um sich für die Gaben zu bedanken. Plangkamon und seine Angestellten geben das Essen von Herzen.

Die Speisen sind gut gewürzt mit Chili, Curry in allen Farben, Koriander, Basilikum und Knoblauch. Sojasauce, Fischsauce, Austernsauce und Kokosmilch geben den Gerichten ihren typisch würzigen Geschmack. Dass die Gerichte oft scharf sind, hat seinen Grund: „Wenn es, wie in Thailand, heiß ist, hat man oft keinen Appetit und Chili macht Lust auf Essen“, sagt Plangkamon.

Asiatisches Essen wird häufig mit Ente in Verbindung gebracht. Anders ist es in Thailand: „Dort ist Ente sehr teuer und wird deshalb nicht oft aufgetischt“, sagt Plangkamon.

Zu den Nationalgerichten zählen Tom-Yam-Gung (sauer-scharfe Garnelensuppe) und Pad Thai (Reisnudeln mit Hähnchen-, Schweine-, Rindfleisch, Garnelen oder Tofu). Nach dem Essen heißt es für die Mönche und Nonnen wieder: meditieren.

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