Trotz ihres schlechten Rufs besteht keine ernsthafte Gefahr

Wespen-Alarm: Experte warnt vor Panikmache

Jörg Seligmann aus Molischeid: Er ist Wespenschutzbeauftragter om Schwalm-Eder-Kreis und will aufklären. Denn Wespen seien viel besser als ihr Ruf, sagt er. Foto: Göbel

Schwalm-Eder. Jetzt kommen sie wieder und sorgen für viele Ängste: Wespen und Hornissen. Doch Experte Jörg Seligmann sagt, dass sie keine ernsthafte Gefahr darstellen.

Sie bauen ihre Nester an Fenster- und Türrahmen oder unter der Terrasse: Jedes Jahr bekommt Jörg Seligmann aus dem Gilserberger Ortsteil Moischeid während der Sommermonate zahlreiche Anrufe von Menschen, die sich durch Wespennester bedroht fühlen.

Seligmann ist Imker und ehrenamtlich Wespenschutzbeauftragter der Unteren Naturschutzbehörde im Schwalm-Eder-Kreis. Er warnt eindringlich davor, die Nester zu zerstören. „Es besteht überhaupt kein Grund zur Panik. Wespen haben um diese Jahreszeit überhaupt kein Interesse am Menschen“, sagte der Experte. Sie ernähren ihre Brut derzeit noch mit tierischen Produkten wie Fliegen, Käfern und Honigbienen.

Bedrohlicher wird es erst dann, wenn die geschlechtsreifen Tiere kommen, laut Seligmann etwa ab Anfang August. „Dann bleibt die Königin im Nest und ihre männlichen Arbeiter gehen auf Fang“, erklärt Seligmann. Der Experte empfiehlt einen Sicherheitsabstand von vier Metern zum Tier einzuhalten. „Wespen wie etwa Hornissen fühlen sich in ihrer Existenz bedroht, wenn man ihnen zu nahe kommt, dann versperrt man ihnen nämlich die An- und Abflugrichtung.“

Doch bevor die Tiere wirklich zustechen, geben sie dem Menschen Warnsignale, die die meisten Leute aber ignorieren, so Seligmann. „Der letzte Warnschuss vor dem Stich deutet die Hornisse mit einem Flug gegen die Brust eines Menschen an.“

Ab Ende August sei das Schlimmste bereits überstanden, dann sind nur noch die wenigsten Wespenarten im Landkreis aktiv. „Spätestens in der ersten Frostnacht stirbt das Wespenvolk. Nur die Königin überwintert, sie vergräbt sich tief in der Baumrinde“, sagt Seligmann. Ab November sei es unproblematisch, die Nester abzustoßen und zu entsorgen, da sie im nächsten Jahr nicht wiederbesiedelt werden.

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