Kurz vor endgültiger Rückkehr

Wölfe sind auf dem Weg in die Wälder des Schwalm-Eder-Kreises

Schwalm-Eder. Es gibt Hinweise auf Wölfe im Schwalm-Eder-Kreis, aber noch keine stichhaltigen Beweise. Das sagt Dr. Wolfgang Fröhlich, Biologe und Leiter des Wildparks Knüll.

Es reiche nicht aus, einen Wolf nur gesehen zu haben. „Richtige Beweise sind Fotos und DNA-Proben“, so Fröhlich. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis es die gebe.

Fröhlich ist sicher: Die Wölfe sind ganz kurz vor der endgültigen Rückkehr in den Landkreis. „Es gibt ihn schon in Niedersachsen und Thüringen. Bei Siegen wurde auch einer gesehen. Sie sind da und sie werden zu uns kommen“, sagt er. Jetzt müsse es darum gehen, den Wolf auf seinem Rückweg in die hessischen Wälder zu begleiten. Das bedeute, Akzeptanz schaffen und Ängste nehmen. Deshalb habe das Wildpark-Team dieses Jahr zum Wolfsjahr erklärt und informiere verstärkt.

Das Territorium der Tiere sei so groß, dass einfach nicht vorherzusagen sei, wann und wo der erste Wolf im Landkreis tatsächlich ausgemacht werden könne. Fröhlich macht betont, dass Wölfe Menschen meiden und es keinen Grund für Angst oder gar Panik gebe. Es könne aber zu Begegnungen kommen. Dann sollte der Mensch einen Fehler nicht begehen: „Die Tiere füttern“, sagt Fröhlich. Dadurch könnten Wölfe ihre Scheu verlieren und dann werde es für die Menschen unangenehm.

„Wir müssen wieder lernen, mit dem Wolf zu leben“, sagt Fröhlich. Er sei eine Bereicherung für die Natur und gehöre in unsere Region. Die einst ausgerotteten Tiere kämen von selbst zurück. „Sie wurden nicht ausgewildert.“ Natürlich werde der Wolf Einfluss auf die Natur nehmen. „Er wird junges und schwaches Wild jagen.“ In anderen Bundesländern habe er Schafe und Rinder als leichte Beute erkannt. „Das birgt Konfliktpotential“, sagt Fröhlich. Doch gebe es Möglichkeiten, die Tiere zu schützen: „Durch höhere Zäune und mit Herdenschutzhunden.“

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