Mehr Alkoholvergiftungen in der Kirmeszeit

Zahl der jugendlichen Koma-Säufer im Schwalm-Eder-Kreis ist konstant

Schwalm-Eder. Während die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen – häufig Komasaufen genannt –, im Jahr 2016 deutschlandweit gestiegen sind, ist dieser Trend im Landkreis Schwalm-Eder offenbar nicht zu beobachten.

Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundes- beziehungsweise Hessischen Landesamtes.

In Hessen lag der Zuwachs bei den Zehn- bis 20-Jährigen mit Alkoholvergiftung bei immerhin 7,1 Prozent. Umgerechnet ist das eine Zunahme von 1289 Fällen im Jahr 2015 auf 1380 im Jahr 2016.

Im Schwalm-Eder-Kreis blieb dagegen die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die eine Alkoholvergiftung erlitten, relativ gleich. In den vergangenen Jahren lag sie stets zwischen 40 und 44 Fällen. Dabei gab es auch keinen geschlechterspezifischen Schwerpunkt. Von den 42 Jugendlichen, die 2016 stationär behandelt wurden, waren 17 Mädchen und 25 Jungen, berichte Kreissprecher Stephan Bürger.

Von einem massiven Aufkommen wollte Tobias Honacker, Oberarzt und Leiter der Zentralen Notaufnahme an der Asklepiosklinik in Schwalmstadt, nicht sprechen. Die Klinik führe keine Statistik über die Zahl von Patienten, die mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert werden. Den Erfahrungen des Mediziners zufolge sei die Patientenzahl stark schwankend.

Anders sehe es während der Kirmeszeit aus. Dann steige die Zahl der Patienten, die mit Alkoholvergiftung eingeliefert werden. Darunter seien auch Minderjährige, sagt Honacker.Vom landläufigen Begriff „Komasaufen“ will der Mediziner nichts wissen. Bewusstseinsveränderungen könnten nämlich schon bei einem geringen Promillespiegel auftreten. Wenn die jugendlichen Patienten nach einer Belehrung wieder den Eltern übergeben werden, sei dei Reaktion gleich: „Dem größten Teil ist die Einlieferung sehr unangenehm“, berichtet der Arzt. 

Prävention ist bei Alkoholmissbrauch von großer Bedeutung. Nach Angaben von Kreissprecher Stephan Bürger gibt es im Landkreis eine Beratungsstelle in Homberg und die Jugend- und Drogenberatungsstelle in Treysa. Ferner bietet der Kreis seit über zehn Jahren Projekte an. Beim „Jugend-Risiko-Scheck“ für alle 8. Jahrgangsstufen soll die Risikokompetenz der Jugendlichen gefördert werden. Jährlich nehmen 600 bis 750 Schüler daran teil. (ras) 

• Beratungsstelle des Schwalm-Eder-Kreises, Schlesierweg 1, Homberg, Tel. 0 56 81/775-600. 

• Jugend- und Drogenberatungsstelle, Schimmelpfengstraße 5, Schwalmstadt, Tel. 0 66 91/2 13 34.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ ZB

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