Rockmusiker im Amt 

Ralf Langguth ist jetzt Vorsteher des Finanzamtes im Schwalm-Eder-Kreis

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Steht dem Finanzamt Schwalm-Eder vor: Ralf Langguth hat bereits jahrelange Erfahrung auf seinem Gebiet. Nach zahlreichen Stationen leitet er nun die Verwaltungsstelle in Fritzlar. 

Mit Steuerrecht kennt sich dieser Mann ganz genau aus. Ralf Langguth bringt jahrelange Erfahrung mit. Er ist seit kurzem Vorsteher des Finanzamtes Schwalm-Eder.

Langguth leitete bereits die Finanzämter Witzenhausen und Korbach-Frankenberg sowie die Landesfinanzschule in Rotenburg. Seit der vergangenen Woche hat der 58-Jährige offiziell eine neue Aufgabe. 

Steuerrecht als dröges, spießiges und langweiliges Thema? Für Langguth ein vollkommen unverständlicher Vorwurf: „Im Gegenteil. Es ist total interessant. Steuerrecht bildet das Leben in jeder Facette ab.“ Ohnehin ist er der Meinung, dass das Klischee des Finanzamtes nur in wenigen Fällen mit der Wirklichkeit übereinstimme. 

„Wir sind kein verstaubter Laden, in dem sich Akten türmen und Zettelwirtschaft herrscht“, sagt der neue Chef. Die Digitalisierung bringe ständig neue Herausforderungen, aber auch eine große Erleichterung mit sich. „Meine Aufgabe als Vorsteher ist es, meine Mitarbeiter bei diesem Wandel mitzunehmen.“

Viele Betrugsversuche sind ihm bekannt

Ralf Langguth, der in Biedenkopf groß geworden ist und in Marburg Rechtswissenschaften studiert hat, merkte schon als junger Mann schnell: Die Führungsebene liegt ihm. Organisieren und den Überblick behalten – das ist sein Ding. „Mein Vorteil ist, dass ich mit ganz vielen Menschen gut zurechtkomme.“ Kommunikation und gegenseitiges Verstehen seien schließlich unerlässlich in seinem Job.

Über die klassischen Betrugsversuche, die ihm in seiner Laufbahn begegnet sind, möchte Langguth nicht sprechen. Er ist sich aber sicher: „Viele Fehler passieren nicht aus böser Absicht.“ In seinem Freundeskreis sind die meisten Steuererklärungen einwandfrei ausgefüllt. Klar. 

Sätze wie „Kannst du mir mal kurz helfen?“ und „Oh, jetzt müssen wir aufpassen, das Finanzamt hört mit“ hört er oft, sie stehen im Leben des 58-Jährigen an der Tagesordnung. Er nimmt sie mit Humor.

Ein Blick in Langguths Privatleben lässt ihn selbst schmunzeln. „Meine Frau ist Steuerberaterin“, sagt er und grinst. Er habe daher ohnehin viel Verständnis für die „andere Seite“.

Rockmusiker im Amt

Und dann wäre da noch eine Sache, die dem Rechtswissenschaftler mit dem blauen Hemd und der gestreiften Krawatte auf den ersten Blick wohl niemand zugetraut hätte: „Ich bin Rockmusiker.“ Mit seinen Bands hat er schon oft eigene Lieder komponiert oder Cover-Songs zum Besten gegeben. Gitarre und Keyboard – das sind Langguths Instrumente.

Das Leben mit seiner Frau und seinem 19-jährigen Sohn in Elgershausen ist für den Finanzamtsvorsteher enorm wichtig. Und auch wenn Geld zumindest seinen beruflichen Alltag in gewisser Weise bestimmt, ist sich Langguth sicher: „Geld ist schön, aber es gibt viele andere bedeutsame Werte.“

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