Schwerer Raub vor Gericht: Überfall auf Waberner galt angeblich nur dem Marihuana

Kassel/Wabern. Mit einem Schlagstock und Schreckschuss-Pistolen haben drei Männer und ein Jugendlicher aus dem Landkreis vor einem Jahr einen 29-jährigen Mann in seiner Wohnung in Wabern überfallen. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Die Beute damals: Bargeld, ein Smartphone und eine Spielekonsole. Jetzt müssen sich die 29, 21 und 17 Jahre alten Angeklagten wegen des Verdachts des besonders schweren Raubes vor der Strafkammer des Landgerichts Kassel verantworten.

Beim Prozessauftakt gaben die Angeklagten an, es auf ein Kilogramm Marihuana abgesehen zu haben, das der Mann in Wabern in seiner Wohnung aufbewahrt haben soll. Die vier Beschuldigten konsumierten die Droge regelmäßig und beschlossen den Überfall gemeinschaftlich.

Während der Jugendliche Schmiere stand, klingelten die drei anderen an der Wohnungstür. Der Mann, der sich offenbar mit einem Küchenmesser bewaffnet hatte, öffnete. Als die Männer in die Wohnung eindrangen, in der sich auch eine Frau und ein Kind befanden, setzte sich der Wohnungsinhaber zur Wehr und verletzte einen der Angeklagten im Gesicht und Halsbereich. Der andere Täter soll ihm eine Schreckschusspistole an den Hals gedrückt haben. Anschließend wurde der Mann im Flur gefesselt.

Der 21-Jährige soll die Frau währenddessen nach dem Marihuana gefragt haben, ohne Erfolg. Die Droge war offenbar nicht in der Wohnung. Daraufhin nahm einer der Angeklagten die Spielekonsole mit und fand eine Dose mit Bargeld. Wie viel, ist umstritten.

Als ein Nachbar an die Tür klopfte, ergriffen die Eindringlinge die Flucht. Das Smartphone warfen sie weg, das Geld teilten sie auf.

Die Angeklagten beteuerten, es allein auf das Marihuana für den Eigengebrauch abgesehen zu haben. Die beiden älteren Angeklagten sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

Weitere Verhandlungstermine: 31. Januar, 9., 14. und 17. Februar.

Rubriklistenbild: © dpa

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