Sie versuchen, die Nachfrage zu bewältigen

Kostenlose Coronatests: So läuft es im Kreisteil Fritzlar-Homberg

Abstrich mit Schutzkleidung: Matthias von Bredow von der Kreuz-Apotheke in Niedenstein zeigt an seiner Frau Helga einen tiefen Nasen-Rachenabstrich.
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Abstrich mit Schutzkleidung: Matthias von Bredow von der Kreuz-Apotheke in Niedenstein zeigt an seiner Frau Helga einen tiefen Nasen-Rachenabstrich.

Kostenlose Corona-Schnelltests für die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis: Seit Beginn der Woche steht den Bürgern im Landkreis diese Testmöglichkeit ein Mal pro Woche zur Verfügung – an unterschiedlichen Standorten. Die Nachfrage ist hoch, wie unsere Umfrage ergab.

Wir haben in drei der Testcenter im Kreisteil Fritzlar-Homberg nachgefragt:

Corona-Test: Kreuz-Apotheke

Die Mitarbeiter der Kreuz-Apotheke in Niedenstein testen seit vergangene Woche Freitag, am Dienstag sind sie mit kostenfreien Tests an den Start gegangen, berichtet Inhaber Matthias von Bredow. „Es herrscht ein reger Betrieb, aber es läuft gut.“ Die Apotheke ist eine der wenigen Anlaufstellen im nördlichen Teil des Landkreises. Deshalb kämen auch einige Fritzlarer. Um Wartezeiten und Menschenansammlungen zu vermeiden, läuft in Niedenstein alles mit Termin: „Meistens testen wir morgens ein, bis eineinhalb Stunden und abends nochmal“, sagt von Bredow. Wer sich testen lassen will, muss vorher anrufen, einen Kuli und Personalausweis mitbringen.

Positive Tests habe es bisher noch nicht gegeben. Es kämen überwiegend Menschen ohne Symptome, die eine Bescheinigung bräuchten – etwa für den Besuch im Altenheim oder Krankenhaus.

Corona-Test: Praxis Klapsing/Noll

„Wir haben eine sehr große Nachfrage, die wir versuchen, zu bewältigen“, sagt Dr. Philipp Klapsing aus Wabern, der die Tests für eine gute Sache hält, aber zu Bedenken gibt: „Wir müssen uns auch um Kranke kümmern.“ Kapazitäten hätten sie für 20 bis 30 Tests pro Tag.

Auch in Wabern läuft das Testen nach Terminvergabe. Klapsing bittet um Anmeldung über die Homepage der Praxis. Bislang gebe es in seiner Praxis nur negative Testergebnisse. Das sei positiv, zeige aber auch, dass es nicht sinnvoll ist, die kostenlosen Tests ins Unendliche auszuweiten. „Das verschenkt Ressourcen“, sagt Klapsing. Stünden Ärzte vor der Wahl gegen Corona zu impfen oder einen Test zu machen, „dann ist das Impfen wichtiger.“

Corona-Test: Behandlungszentrum

Auch im Zahnmedizinischen Behandlungszentrum in Obervorschütz von Dr. Stefan Krämer und Dr. Alexander Löffler wird bereits reichlich getestet. „Seit Montag waren es 40 Testungen“, heißt es. Und der Bedarf steige, denn: „Es ist ja klar, ein positiver Test zieht weitere Tests nach sich“, sagt Dr. Krämer.

Getestet wird außerhalb der Behandlungszeit – also vor und nach der normalen Öffnungszeiten der Praxis, was natürlich auch Überstunden für das Team bedeutet. Logistisch müssten nicht nur die Tests, sondern auch Parkplätze und Wartebereiche verteilt werden. Auch in der nächsten Woche sind bereits reichlich Termine vergeben und Krämer gibt zu Bedenken: „Es machen immer noch zu wenige mögliche Standorte im Landkreis mit, um die Nachfrage zu deckeln.“

Corona-Test: Zahnarztpraxis Krüger

In der Zahnarztpraxis Sonja Krüger in Homberg sind ab nächster Woche Bürgertestungen mittwochs zwischen 11 und 13 Uhr möglich. In Ausnahmefällen auch mal während des normalen Praxisbetriebs: Erste Anmeldungen sind schon per Mail (coronatest@zahnarzt-homberg.de) eingegangen, sagt Praxismitarbeiterin Julia Haas. „Wir warten noch auf die Schnelltestlieferung“, sagt sie. Zahnärztin Krüger testet an einem Fenster, eine Verwaltungskraft trägt die Daten der Person in ein Formular ein und schreibt ihr eine Nummer zu, so Haas. Damit der Personalausweis nicht hin und her gereicht werden muss, solle jeder, der sich testen lassen will, eine Kopie davon mitbringen. Um Schlangen zu vermeiden, könnten sich die Getesteten kurz die Füße vertreten und dann nach 15 Minuten ihr Ergebnis abholen.

Von Linett Hanert, Maja Yüce, Christina Zapf Und Chantal Müller

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