Schräge Vögel: Fünf Nandus der Familie Beyer sind wahre Herzensbrecher

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Haben ein Herz fürs Federvieh: Birgit und Hartwig Beyer aus Berndshausen züchten nicht nur Enten und Puten, sondern haben auch fünf Nandus. Piep (rechts) ist der größte, Krümel (auf dem Arm von Birgit Beyer) mit zwei Wochen der Jüngste. Krümel hat eine Beinverletzung, die erst einmal ausheilen muss, dann aber wird er mit Piep durch den Garten sausen.

Berndshausen. Man sollte kein grünes Kleidungsstück tragen, wenn man die Beyers in Berndshausen besucht.

Denn Piep, der große Nandu der Familie, steht dermaßen auf Grün, dass man ihn im grünen T-Shirt oder Kleid für keine Sekunde loswird: Piep zerrt und zuppelt dann ohne Unterlass am Gast herum - nur um ganz sicher zu gehen, dass der Besucher auch wirklich kein einziges Blatt Salat am Leib trägt.

Denn von Salat bekommt Piep anscheinend nie genug, ganz gleich, welche Menge Hartwig und Birgit Beyer ihm servieren.

Piep ist der größte der insgesamt fünf Laufvögel, die die Beyers liebevoll im vergangenen Jahr großgezogen haben. So liebevoll, dass der große Nandu schon beinahe so folgsam wie ein Hund ist. Wenn Beyers pfeifen, bricht Piep mit hohem Tempo aus den Büschen. „Er ist einfach furchtbar neugierig“, sagt Hartwig Beyer und lacht.

Erst vor einem guten Jahr kamen die Beyers auf die Idee, sich neben Enten und Puten auch Nandus anzuschaffen. Übers Internet und andere Halter machten sie sie schlau, was die flugunfähigen Vögel brauchen und mögen und zogen die ersten beiden Exemplare groß.

Tier ist gehbehindert 

Heute haben sie neben Piep noch drei Tiere, die vier Wochen alt sind - und sie haben Krümel. Der ist vor gerade einmal 14 Tagen aus dem Ei geschlüpft und vom ersten Tag an gehbehindert, wie es Birgit Beyer nennt.

Denn Krümel hat beim Herumstolzieren derart das Bein nachgezogen, dass es der Tierarzt nun fixierte. Deshalb sitzt Krümel in der Küche im Karton und gibt dabei Töne von sich, die man kaum ertragen kann.

Klingt wie Silvesterrakete

Wenn das Jungtier sich einsam fühlt, klingt es wie eine Mischung aus Silvesterrakete und Säuglingsweinen - ein Geräusch, das Birgit Beyer nicht lange aushält. Sie holt das Nandujunge oft aus der Kiste und trägt es durch den Garten.

Piep ist das piepegal, solange er seine Extraportion Salat bekommt, die er im Null-komma-nix in seinem langen Hals verschwinden lässt. Man kann nicht anders als laut zu lachen, wenn das Tier seine riesigen Augen nicht vom Salatkopf nehmen kann.

Hartwig und Birgit Beyer ergeht es auch nach über einem Jahr nicht anders: „Nandus zu halten macht einfach Spaß“, sagt die 69-jährige Berndshäuserin. Piep ist längst Bestandteil der Familie geworden. Er verträgt sich mit Hund Biene mit den Hofkatzen und auch mit den vielen Enten und Puten, die im Garten grasen. Demnächst gesellen sich die drei Jungtiere und der noch gehbehinderte Krümel dazu.  

Die fünf Nandus sind fester Bestandteil des großen Geflügelvolks, das die Beyers mit viel Herzblut versorgen.

Weihnachten kann kommen 

Und doch unterscheiden sich die Laufvögel in einem wichtigen Aspekt: Anders als die Puten werden die Nandus Weihnachten garantiert erleben. Denn Piep, Krümel und Co. sind den Beyers so lieb wie Haustiere. Und deshalb ganz bestimmt kein Festtagsbraten.

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