Aufgaben kommen per E-Mail

So reagieren Schulen im Schwalm-Eder-Kreis auf die  Ausbreitung des Coronavirus

Planungssitzung in der Anne-Frank-Schule in Fritzlar: Von links Schulleiter Berthold Umbach mit dem Schulleitungsteam Tabea Schmidt, Sebastian Klink un d Marion Puttkammer.

Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen sind geschlossen: Das Coronavirus hat den Landkreis im Griff. So ist die Stimmung. 

Viele Eltern brauchen allerdings Betreuung für ihre Kinder. Deshalb sollen Notgruppen in Kindergärten eingerichtet werden. Einen Anspruch darauf haben allerdings nur Eltern, die beispielsweise im Gesundheitsweisen arbeiten.

Kita Homberg

Um sich auf die neue Lage vorbereiten zu können, erhielten alle Homberger Eltern von Kindergartenkindern einen Anruf. Ziel war es, den Bedarf zu ermitteln, sagt Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Dabei müsse nach der Vorschrift des Landes gearbeitet werden, in der festgelegt ist, dass Kinder bestimmter Berufsgruppen betreut werden.

Die Umfrage, die von den jeweiligen Kindertagesstätten aus geführt wurde, ergab, dass knapp 20 Mädchen und Jungen betreut werden müssen. „Der Bedarf ist sicher höher, wir können im Augenblick nicht anders handeln“, sagt Ritz. Allerdings haben viele Eltern das Problem, das ihnen nun eine Betreuung fehlt. Sie sollen über die kommunalen Spitzenverbände an die Landesregierung weiter gegeben werden.

Ursulinenschule Fritzlar

Eine besondere Situation herrschte gestern an der Ursulinenschule in Fritzlar. Materialien und Aufgaben konnten zwischen 8 und 10.30 Uhr abgeholt und Fragen zu den nächsten Wochen geklärt werden. Laut stellvertretendem Schulleiter Uwe Jüngst hat alles gut funktioniert. „Die Schüler und Eltern sind meist einzeln gekommen, sodass es keine Menschenansammlungen gab.“

Die Stimmung unter den Kollegen und den Schülern sei weitestgehend gelassen gewesen, sagt Jüngst. Gestern Morgen gab es eine vorerst letzte persönliche Absprache unter den Kollegen, was das Vorgehen in den nächsten Tagen angeht. „Dabei haben wir die älteren und chronisch kranken Kollegen schon Zuhause gelassen und die Dinge mit ihnen telefonisch geklärt.“

Die Ursulinenschule wolle die Krise nun als Chance nutzen, um sich in Sachen E-Learning auszuprobieren. Die Schüler sollen über die Plattform „moodle“ mit Aufgaben versorgt werden. „Uns ist es aber dabei wichtig, die Schüler nicht mit Material zu überfrachten, sondern wohl dosierte Päckchen an Aufgaben zu verteilen“, sagt Jüngst.

Wie es weitergeht, weiß an der Ursulinenschule niemand. Zunächst gelten die Auflagen bis nach den Osterferien. Für Jüngst ist aber wichtig: „Das Abitur wollen wir, wenn eben möglich, unbedingt durchziehen.“

GHS Borken

In der Borkener Gustav-Heinemann-Schule herrschte am Montag unerwarteter Betrieb: Trotz Schulschließung waren viele der rund 500 GHS-Schüler samt Eltern gekommen, um Bücher und Materialien aus den Klassenräumen abzuholen, Fragen an die Lehrer zu stellen und Gespräche mit der Schulleitung zu führen.

Direktorin Dr. Christine Sperlich zeigte sich gestern positiv überrascht von Schülern und Eltern, die sich in der jetzigen Ausnahmesituation auf den Weg in die Schule gemacht hatten. Dennoch sei die Stimmung gestern entspannter gewesen als in der vorigen Woche. „Jetzt herrscht Klarheit und das ist gut“, sagte Sperlich. Dazu gehöre auch, dass die zentralen Abschlussprüfungen für die Haupt- und Realschüler voraussichtlich im Mai stattfinden sollen. Die Lehrer der GHS haben dafür Arbeitsaufträge vorbereitet: Die Kopierer liefen gestern heiß.

Während viele Eltern und Kinder Sorge haben, dass die bevorstehenden schulfreien Wochen mit viel Langeweile verbunden seien, fragten sich die Lehrer, wie denn all der Stoff und die Klassenarbeiten nachgeholt werden sollen, die in den nächsten Wochen eigentlich anstünden. Die GHS wird in der nächsten Zeit weiter besetzt sein: Pädagogen arbeiteten dort Dinge und Themen auf, auch die Schulleitung werde täglich vor Ort, das Sekretariat besetzt sein.

THS Homberg

Auch an der Theodor-Heuss-Schule in Homberg herrscht seit gestern Ausnahmezustand. Schüler und Lehrer müssen auf Anordnung des Kultusministeriums von zuhause arbeiten. „Unsere Lehrer bereiten die Aufgaben und das Material zuhause vor und schicken es per E-Mail an die Schüler”, sagt Studienleiter Hans-Joachim Schwietering. Bei Fragen können sich die Schüler per E-Mail bei ihren Lehrern melden.

Wie es nun mit den anstehenden Abiturprüfungen laufen wird, sei unklar: „Theoretisch soll am Donnerstag die Prüfungsphase mit dem Fach Englisch beginnen. Ob das wirklich stattfindet, ist aktuell nicht absehbar”, so Schwietering. Er bereite, bis es weitere Anweisungen seitens Kultusministerium gibt, erst einmal wie gewohnt die Abi-Prüfungen weiter vor.

Anne-Frank-Schule

Keine Schüler waren gestern in die Betreuung in der Anne-Frank-Schule in Fritzlar gekommen. Am Freitag hatte die Schule in einem Elternbrief mitgeteilt, dass sich Eltern melden sollten, wenn sie Betreuungsbedarf hätten Gestern waren Schulleiter Berthold Umbach, Tabea Schmidt, Marion Puttkammer und Sebastian Klink vom Schulleitungsteam damit beschäftigt, Pläne zu erstellen, damit die Schüler zuhause den Stoff bearbeiten, den sie digital erhalten.

Kita Regenbogenland

Leer war gestern die Kindertagesstätte Regenbogenland. In der Betreuung war kein einziges Kind zu finden. Nach Angaben der Kita-Leiterin Ingrid Jäger liegt für Mittwoch eine Anmeldung vor. Sie vermutet, dass in der kommenden Woche mehr Kinder zur Betreuung kommen könnten.

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