Spenden ermöglichen Nachwuchsarbeit

Jugendfeuerwehren im Kreis sammeln keine Weihnachtsbäume

Das fällt 2021 auch in Mühlhausen aus: Die Feuerwehren sammeln wegen der Corona-Pandemie keine Weihnachtsbäume ein wie im Januar 2020.
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Das fällt 2021 auch in Mühlhausen aus: Die Feuerwehren sammeln wegen der Corona-Pandemie keine Weihnachtsbäume ein wie im Januar 2020.

Wohin mit dem Weihnachtsbaum? Diese Frage werden sich einige Menschen im Schwalm-Eder-Kreis nach dem Jahreswechsel stellen. Denn viele Jugendfeuerwehren im Kreis ziehen wegen der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt durch die Straßen, um die Bäume einzusammeln und zu entsorgen. Ein Problem für die Jugendfeuerwehren, denen dadurch ein großer Teil der Einnahmen wegbricht.

Schwalm-Eder - „Die Homberger Jugendfeuerwehren in den Stadtteilen bekommen je nach Größe des Dorfs etwa 200 bis 500 Euro Spenden“, sagt der Homberger Stadtjugendfeuerwehrwart Karsten Stein. In der Stadt Homberg seien es entsprechend mehr. „Bei einigen geht es um vierstellige Beträge “, sagt Christian Rinnert, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Fritzlar-Homberg. In der Stadt Felsberg geht es laut Melsungens Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Schreiner um Einnahmen in Höhe von etwa 3000 Euro.

Und auch im Altkreis Ziegenhain sind die Jugendfeuerwehren betroffen: Etwa 4500 Bäume würden dort jedes Jahr eingesammelt, schätzt der Ziegenhainer Kreisjugendfeuerwehrwart Tim Aßmann. „Pro Baum wären vermutlich zwischen zwei und vier Euro gespendet worden.“

Für viele Jugendfeuerwehren sind die Sammelaktionen die einzigen Einnahmen im ganzen Jahr. „Entweder müssen die Mitglieder bei Veranstaltungen im kommenden Jahr tief in die Tasche greifen oder die Feuerwehren ihre Teilnahme absagen“, sagt Schreiner. Auch Sponsoren seien schwer aufzutreiben. „Viele sind unsicher, weil nicht klar ist, ob und wann wieder etwas stattfinden kann.“ Aßmann ist da optimistischer. Zwar findet er es auch schwierig, zurzeit Unternehmen um Spenden zu bitten, sagt aber: „Da es 2020 keine größeren Ausgaben gab, denke ich nicht, dass es zu Engpässen kommt.“ In einigen Gemeinden gebe es sogar eine jährliche Zuwendung für die Jugendwehren.

Den Entsorgungsbetrieben schade es jedenfalls nicht, wenn die Sammelaktion ausfällt. „Ob die Feuerwehren die Bäume entsorgen oder die Bürger selbst, macht für uns keinen Unterschied“, sagt Dr. Peter Zulauf, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda. Seine Alternative: die Homberger Kompostieranlage. Dort werde für die Bäume in der Regel nur die sogenannte Kofferraumpauschale von einem Euro fällig. Dies könne aber bei örtlichen Sammelplätzen anders sein.

Feuerwehren fehlen Spenden

Dieses Jahr werden Besitzer von Weihnachtsbäumen ihre Nordmanntannen und Fichten wohl selbst entsorgen müssen: Viele Jugendfeuerwehren haben wegen der Corona-Pandemie ihre Weihnachtsbaumsammelaktionen abgesagt. Ein schwerer Schlag, da sie mit den dabei gesammelten Spenden einen großen Teil ihrer Jugendarbeit finanzieren.

Betroffen sind etwa die Homberger Feuerwehren: Sie wollten am Samstag, 9. Januar, die Bäume einsammeln. Daraus wird nichts. Die Wehren haben die Aktion abgesagt. In den Jugendfeuerwehren werde das Geld aber für Ausflüge, Zeltlager und Verpflegung bei Wettkämpfen gebraucht. „Wir sehen die Spenden als eine Entlastung der Eltern“, so Stadtjugendfeuerwehrwart Karsten Stein. „Wahrscheinlich werden sie jetzt mehr für die Teilnahme ihrer Kinder an Veranstaltungen zahlen müssen.“ Je nachdem, was 2021 möglich sei, müssten die Wehren anderweitig Geld beschaffen, zum Beispiel mit Ständen auf Veranstaltungen wie Dorffesten.

Auch die Edermünder verzichten auf das Einsammeln. Für Fälle, in denen eine private Entsorgung oder Zwischenlagerung nicht möglich ist, wird die Grünannahmestelle in Holzhausen am Freitag und Samstag, 8. und 9. Januar, jeweils von 9 bis 12 Uhr geöffnet sein. Die Annahme der Bäume ist kostenfrei.

Der Melsunger Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Schreiner macht deutlich, um wie viel Geld es für die Jugendlichen geht: Der Jugendfeuerwehr Felsberg-Brunslar fehlen durch die Absage der Weihnachtsbaumsammelaktion etwa 1000 bis 1500 Euro an Spenden. „So viel bekommen wir von den 1200 Menschen in Neuen- und Altenbrunslar“, sagt Schreiner. Die einzige Einnahmequelle im ganzen Jahr.

Doch noch haben nicht alle die Sammelaktionen abgeblasen. Einige feilen an Hygienekonzepten, sagt Christian Rinnert, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Fritzlar-Homberg. Dass es zu einer illegalen Entsorgung von Bäumen kommt, schließt er nicht aus, rät aber davon ab. „Sollten in einer Kommune keine Bäume abgeholt werden, bleibt der Weg zur Grünabfallsammelstelle, der eigene Kompost oder Kamin.“

So werden Weihnachtsbäume richtig entsorgt

Für die Entsorgung der Weihnachtsäume empfiehlt der Homberger Stadtjugendfeuerwehrwart Karsten Stein, diese bei der Kompostieranlage abzugeben. „Da bringen wir sie in der Regel auch hin“, sagt er. Alternativ könnten sie auch in der Restmülltonne entsorgt werden. Weihnachtsbaumbesitzer sollten diese jedoch nicht für das Osterfeuer aufheben. Denn: „Es ist noch unsicher, ob das überhaupt stattfinden kann“, sagt Stein.

Spenden an Wehren

Wer für eine Jugendfeuerwehr im Landkreis spenden will, sollte sich an die örtlichen Jugendwarte wenden. Ansprechpartner können auch die örtlichen Wehrführer sein. Eine gemeinsame Spendenmöglichkeit im Schwalm-Eder-Kreis gibt es jedoch nicht. Die Kontaktdaten der örtlichen Jugendwarte und Wehrführer sind in der Regel im Internet auf den Seiten der Städte und Gemeinden zu finden. Einige Feuerwehren betreiben eigene Internetseiten und sind in den sozialen Medien, etwa auf Facebook, mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen vertreten. (Fabian Becker)

Kontaktlose Sammlung in Gudensberg

Die Feuerwehr in Gudensberg sammelt in diesem Jahr ebenfalls keine Weihnachtsbäume ein. Dafür haben sich Bürger rund um die Organisatoren Stefan Kattner (Maden) und Karsten Heyner (Dorla) überlegt, kontaktlose Sammlung zu ermöglichen.

In Maden und Obervorschütz werden laut Kattner jedes Jahr 400 Bäume gesammelt und entsorgt. In Stadtgebiet und Ortsteilen kommen zwischen 3000 und 3500 Bäume zusammen. Für die Sammelaktion hat die Stadt laut Kattner grünes Licht gegeben und ein zusätzliches Zeitfenster zur Abgabe der Bäume auf der Grünabfallsammelstelle am Odenberg für die Organisatoren der Aktion außerhalb der regulären Öffnungszeiten angeboten.

In Obervorschütz übernimmt Felix Koch mit seinen Mitarbeitern das Einsammeln und schreddert die Bäume. In Maden werden die Bäume an mehreren Stellen gesammelt und von den Organisatoren sowie Landwirten entsorgt. Für ältere und beeinträchtigte Bewohner wird nach vorheriger Anmeldung eine Abholung der Bäume angeboten (siehe Kontakte unten). Madener können den Baum bei einer der vier zentralen Sammelstellen am Samstag, 9. Januar, zwischen 10 und 11.30 Uhr kontaktlos abgeben: Wohlgasse, Spielplatz am Maderstein (Bleichwiesen/Ecke Bergstraße), Parkplatz gegenüber dem DGH (Neue Straße), Kreuzung Lerchsfeld – Am Hängerborn. Die Übergabe einer Spende für die Jugendfeuerwehr Maden sei ebenso kontaktlos möglich.

In Dorla will die Dorfgemeinschaft die Jugendfeuerwehr auch unterstützen. Bürger sollen Weihnachtsbäume am Samstag, 9. Januar, ab 9 Uhr an die Straße stellen. Ob die Idee auch in Dissen und Gudensberg umgesetzt werden kann, werde geprüft. (Christina Zapf)

Kontakt: Angela Sohl: 0172 / 5657600, Tanja Steinmetz: 0173 / 5307351, Stefan Kattner: 0170 / 2717257. Reguläre Öffnungszeiten Sammelstelle Gudensberg: 8. und 9. Januar von 9 bis 12 Uhr.

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