Stadtmarketing-Chefin: Christine Scholz verlässt Fritzlar

Die Innenstadt stets im Blick: Das hatte Christine Scholz von ihrem Arbeitsplatz aus. Das Plätschern des Brunnen, das Klappern der Kaffeetassen, Drehorgelmusik, Marktgeschehen und Bratwurstduft, das alles werde sie auch vermissen, sagt sie beim gemeinsamen Blick aus dem Fenster mit Karl Lambert vom Stadtmarketingverein. Foto: Yüce

Fritzlar. Kaum angekommen, verlässt die Chefin des Fritzlarer Stadtmarketings, Christine Scholz, die Stadt wieder. „Es gab ein Angebot, zu dem ich nicht Nein sagen konnte", sagt sie.

Wenn Scholz das Stadtmarketing Ende März verlässt, hatte sie ihren Posten gerade einmal anderthalb Jahre inne. Es sei eine intensive Zeit gewesen. „Bewegt, zum Teil turbulent, sehr, sehr lehrreich und schön.“ Ein Höhepunkt: Die Verleihung des Tourismuspreises. „Fritzlar hat mit seinem Angebot überzeugt“, sagt Scholz.

Beim Blick zurück lächelt sie und sagt dann, dass sie viele nette Menschen kennengelernt habe und weiterhin auch nach Fritzlar kommen werde. „Die Verbindungen reißen nicht ab.“ Überhaupt war die Arbeit mit den Menschen besonders für sie. „Es hat mir viel Freude bereitet, wenn wir gemeinsam zu Lösungen gekommen sind.“

Sie hat Türen geöffnet

Das sieht auch Karl Lambert vom Stadtmarketingverein so. „Ihre Stärke ist die Kommunikation, sie hat für mehr Nähe und Gemeinschaft gesorgt.“ Scholz habe mit ihrem offenen Denken und ihrer gewinnenden Art das Amt geprägt. „Für sie gab es keine Tabus“, sagt Lambert. Überhaupt habe sie es geschafft, Türen zu öffnen. Und auch im finanziellen Bereich habe die einstige Leiterin der Verwaltung und des Rechungswesens eines mittelständischen Unternehmens ein gutes Ergebnis erzielt. „Eine Budgetplanung, die hieb- und stichfest ist.“ Ihre Entscheidung sei zu akzeptieren, aber bedauerlich für den Verein.

Es sei schön gewesen zu erleben, dass das Stadtmarketing die Menschen erreicht, sagt Scholz. Über 20 000 Menschen seien im vergangenen Jahr durch die Stadt geführt worden. „Es stellt sich ein zufriedenes Gefühl ein, wenn bei einer Veranstaltung die Stadt voll ist.“

Sieben größere Feste stünden pro Jahr an. Im vergangenen Jahr habe man Advent in den Höfen an mehr Orten stattfinden lassen und damit einen Erfolg erzielt. Und gab zwei neue Veranstaltungen: Sommernachtstraum und Fritzlar im Lichterglanz. Vom Sommernachtstraum werde es sicher eine weitere Auflage geben, so Scholz. Fritzlar im Lichterglanz blieb hinter den Erwartungen zurück.

Das alle Fritzlarer Veranstaltungen gut ankommen, sei eben nicht selbstverständlich. Deshalb sei es wichtig, selbst Publikumsmagneten immer wieder kritisch zu hinterfragen. Ihre Devise dabei: „Weniger ist mehr.“ Man müsse nicht immer noch einen draufsetzen. Und dürfe auch nicht in Zufriedenheit versinken, sagt Lambert.

Kein Tag sei in den vergangenen Monaten wie der andere gewesen. „Im Stadtmarketing gibt es keinen festen Stundenplan, man muss sofort reagieren“, sagt sie. Das mache den Job interessant, koste aber auch Energie.

Jetzt zieht es Christine Scholz nach Marburg, dort wird sie im sozialen Bereich tätig - ein Kinder- und Familienferiendorf leiten. Weiterhin bleibe sie in Neustadt-Mengsberg wohnen: „Die Fahrtzeit wird ähnlich lang sein und das werde ich auch künftig nutzen, um die Fahrt zur gedanklichen Vor- beziehungsweise Nachbereitung zu nutzen“, sagt Scholz. Derzeit läuft die Suche nach ihrem Nachfolger. „Der sollte immer mit offenen Augen unterwegs sein und ein Ohr für die Menschen haben - aber auch nicht alles an sich heranlassen“, rät Scholz.

Von Maja Yüce

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