Kompromiss für barrierefreien Zugang

Stadtpark Homberg: Nur eine Linde soll weichen

Termin vor Ort: Teilnehmer der öffentlichen Ausschusssitzung erfuhren von Baumexperte Philipp Funck, warum eine Linde keine lange Lebenszeit mehr hat.
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Termin vor Ort: Teilnehmer der öffentlichen Ausschusssitzung erfuhren von Baumexperte Philipp Funck, warum eine Linde keine lange Lebenszeit mehr hat.

Nun soll aller Voraussicht nach nur eine der beiden Linden weichen, die für den barrierefreien Zugang zum Homberger Stadtpark von der Kasseler Straße aus gefällt werden sollten.

Homberg – In einer öffentlichen Sitzung des Bauausschusses der Stadt Homberg am Samstag vor Ort beschlossen die Mitglieder, dass der Zugang ein paar Meter weiter in Richtung Kirche versetzt werden soll, damit wenigstens die gesündere der beiden Linden erhalten werden kann.

Den Ausschlag für den Kompromiss gab der Baumsachverständige Philipp Funck. Nach ersten Untersuchungen gab er der unteren der beiden Linden (rechts im Bild) keine lange Lebenszeit mehr. Schon auf den ersten Blick mache sie keinen guten Eindruck und das bestätigte sich. Der Baum ist innen hohl, die Wurzeln sind beschädigt.

Im Vorfeld des Kompromisses gab es eine rege Diskussion, bei der es nicht so aussah, als könnte eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Die Teilnehmer des Treffens gingen um die Bäume herum, schritten die Wege und Konzeptvarianten ab. Während ein großer Teil der Teilnehmer auf dem Bestand der beiden Bäume beharrte, machten gerade die Planer die Wichtigkeit dieses barrierefreien Zugangs von der Kasseler Straße deutlich, den auch die katholische Kirche mitnutzen wolle.

Kompromiss für barrierefreien Zugang zum Homberger Stadtpark ist in Aussicht: Nur eine Linde soll gefällt werden

Der Vorschlag der Grünen, ganz auf den barrierefreien Zugang von der Kasseler Straße aus zu verzichten, da bereits der barrierefreie Zugang von der Parkstraße her geplant sei, stieß bei den Planern auf großen Widerstand. Heiko Donath, erläuterte, dass der Zugang von der Kasseler Straße für Menschen mit Behinderungen wichtig sei, weil Rollstuhlfahrer auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums gegenüber gut parken könnten und es dann nicht weit hätten.

Michael Herz vom Planungsbüro „foundation 5“ aus Kassel wies zudem darauf hin, dass man die gesetzlichen Regeln einhalten müsse. Es wurde über bauliche Möglichkeiten diskutiert, die allesamt ins Leere führten, weil sie nicht machbar waren. Ein Vorschlag war, die Treppe zur katholischen Kirche hin barrierefrei zu gestalten, um von dort in den Park zu gelangen. Die Treppe sei aber ein Denkmal-Ensemble zusammen mit der Kirche und könne nicht einfach verändert werden, so Donath.

Stadtpark Homberg: Barrierefreier Zugang ist aufgrund demografischer Entwicklung nötig

Bürgermeister Nico Ritz betonte die Notwendigkeit des barrierefreien Zugangs von der Kasseler Straße aus. Der Park sei der Eingang zur Innenstadt. Die Planungen seien auf lange Sicht zu sehen, es solle eine grüne Verbindung vom Park bis zum Burgberg entstehen. Außerdem müsse man die demografische Entwicklung bedenken. Die Menschen würden immer älter und dann immobiler. Man solle den Zugang zum Park nicht von zwei Bäumen abhängig machen. Das Projekt sei im Ganzen zu sehen.

Letztendlich waren dann alle froh, als Baumexperte Funck seine vorläufige Expertise abgab und den Weg für den Kompromiss ebnete. Allerdings wird die Achse zur Fußgängerampel damit nicht wie geplant mit dem Eingang zum Park abschließen. Das ist der saure Apfel, in den man beißen muss. Planer Heiko Donath soll nun eine neue Konzeptversion erarbeiten, über die in der nächsten Stadtverordnetensitzung entschieden werden soll. (Christine Thiery)

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